Mit The Rise of Queensdale liefern Inka und Markus Brand ein episches Legacy-Spiel ab. Wir werden in diesem Spielbericht nichts zeigen, was nicht auch nach dem ersten Spielaufbau zu sehen ist. Wer aber vorbehaltlos in die erste Partie starten möchte, der sollte an dieser Stelle nicht weiterlesen.

Am Anfang der Geschichte rund um Queensdale steht zunächst ein großes, unbesiedeltes Stück Land, das von zwei sich kreuzenden Flüssen in vier gleich große Ebenen geteilt wird. Die Ebenen bieten Ressourcen wie Lehm, Holz und Stein sowie zahlreiche Wiesen voller kostbarer Kräuter. Dieses Land gehört dem König. Und sein Auftrag an die Spieler könnte anspruchsvoller nicht sein: Erschafft eine Stadt, errichtet eine Burg, quasi aus dem Nichts. Eine Stadt, die seiner Königin würdig ist.

Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Charakters, dessen Geschlecht und Namen er selbst bestimmen kann. Ausgestattet mit eigenem Familienwappen, einer Familiengeschichte, einer eigenen Ebene im neuen Land inklusive einem Kundschafter, einer Kräuterhütte, etwas Geld, einem Königssiegel und fünf Würfeln, machen sich die Spieler ans Werk.

Der Spielablauf ist dabei denkbar einfach. Alle Spieler würfeln gleichzeitig mit allen Würfeln. Darauf abgebildet sind unterschiedliche Symbole für Rohstoffe und Aktionen. Beginnend beim Startspieler setzt jeder Spieler reihum einen seiner Würfel auf dem Spielplan oder dem separaten Aktionsplan ein. So gewinnen die Spieler Lehm, Holz, Steine oder Gulden, wenn sie ihre Würfel auf Rohstofffeldern einsetzen. Nutzen sie die Würfel dagegen auf dem Aktionsplan, können sie beispielsweise ihren Kundschafter Kräuter einsammeln lassen, Arbeiter hinzugewinnen, Rohstoffe umwandeln oder Brot erhalten und damit die Stimmung im Volk verbessern. Zuletzt können sie natürlich auch neue Gebäude errichten und so Queensdale mit jedem Spielzug Stück für Stück weiterentwickeln.

Jedes errichtete Gebäude bringt dem Spieler im gesamten Spielverlauf dauerhaft Vorteile. Denn alle Gebäude bleiben auch für alle Folgepartien erhalten. Durch Gebäude kann man beispielsweise mehr Ressourcen erhalten oder auch Rohstoffe und Arbeiter einlagern – also in die nächste Partie mitnehmen und seine Startbedingungen verbessern. Im Spielverlauf kommen immer wieder neue Gebäude hinzu, die entweder wertvoller als die vorherigen Bauten sind oder manchmal auch ganz neue Funktionen einführen. Für jedes neue Gebäude muss ein Bauplatz bereitgestellt werden. Alternativ können auch alte Gebäude abgerissen werden, um so Platz für die neuen Häuser zu schaffen.

Wie bei allen Legacy-Spielen nehmen viele Entscheidungen der Spieler direkten Einfluss auf den Spielverlauf. Gebäude benötigen Platz, an deren Stellen künftig keine Kräuter mehr wachsen können. Würfel werden überklebt, was die Ressourcenlage und die Aktionsmöglichkeiten der Spieler beeinflusst. Neue Elemente gelangen ins Spiel, die auf den Spiel- oder Aktionsplan geklebt werden müssen. So gleicht keine Partie der anderen. Zumal über die diversen Spielkarten auch die Handlung – sowie einige Nebenhandlungen – kontinuierlich vorangetrieben werden.

Schlussendlich gewinnt zwar nur der eine Spieler, der zuerst die erforderlichen 70 Punkte erreichen kann. Stolz auf den eigenen Anteil am ruhmreichen Aufstieg von Queensdale kann am Ende aber jeder einzelne Spieler sein.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Alea
Spielautor: Inka und Markus Brand
Erscheinungsjahr: 2018

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 60 Minuten

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Spielzubehör von Queensdale

Folgendes Spielmaterial wird bereits vor der ersten Partie bereitgelegt. Nicht alles kommt dabei sofort zum Einsatz.

Kleiner Auszug des Spielzubehörs von The Rise of Queensdale.
Kleiner Auszug des Spielzubehörs von The Rise of Queensdale.
  • Pro Spieler jeweils 1 Charaktertafel, 5 Würfel, 3 Wappen, 1 Familiengeschichte, 1 Epochenmarker, 1 Punktemarker und ein Kundschafter
  • 1 Aktionsplan
  • 1 Punkte-/Übersichtsplan
  • 4 Spielplanteile
  • 3 Stanzbögen mit Gebäude-Plättchen
  • 18 Spielfiguren (Bote, Gaukler und Handwerker)
  • 1 Stoffbeutel
  • 36 Rohstoffe
  • 12 Rohstoffplättchen
  • 14 Kräuterhütten
  • 48 Kräuterplättchen
  • 1 Pömpel
  • 126 Spielkarten

Weiteres Spielzubehör wie Sticker, Figuren, Gebäude und einiges mehr kommt erst zu späteren, festgelegten Zeitpunkten ins Spiel.

Spielregeln und Überblick zu Queensdale

Spielvorbereitungen

Ein Schnappschuss aus unserer ersten Partie.
Ein Schnappschuss aus unserer ersten Partie.

Für die erste Partie von The Rise of Queensdale sollte man großzügig Zeit einplanen. Der erste Spielaufbau wird durch ein separates Regelblatt sehr detailliert erläutert. Vor dem ersten Spiel müssen sämtliche Charakterbögen, Würfel und Spielplanbereiche vorbereitet werden. Das bedeutet, es werden Spielelemente beklebt, beschriftet oder teilweise schon für immer aus dem Spiel genommen.

In nachfolgenden Partien kommen regelmäßig neue Elemente und Regel-Erweiterungen hinzu, auf die wir in unserem Bericht bewusst noch nicht eingehen wollen. Das neue Spielzubehör und die neuen Spielregeln gelangen über Epochenziel-, Boten- oder Geschichtenkarten ins Spiel. In nahezu jeder Partie gibt es also Neues zu entdecken. Alle Regelergänzungen werden direkt in die Spielanleitung geklebt.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, über mehrere Partien das eigene Stadtviertel von Queensdale erblühen zu lassen, alle Epochenziele zu erfüllen und in der letzten Partie als erster Spieler das finale Epochenziel zu erreichen.

Die Charaktertafel des gelben Spielers.
Die Charaktertafel des gelben Spielers.

Der Spielablauf ist dabei eigentlich denkbar einfach. Jeder Spieler verfügt über fünf Würfel, mit denen er alle Aktionen im Spiel ausführen/starten kann. Die Spieler würfeln gleichzeitig mit allen Würfeln. Anschließend darf jeder Spieler reihum solange immer einen Würfel benutzen, bis alle Würfel eingesetzt wurden. Dann wechselt der Startspieler und es wird erneut mit allen fünf Würfeln gewürfelt.

Die Startwürfel des ersten Spiels.
Die Startwürfel des ersten Spiels.

Jeder Würfel wird mit unterschiedlichen Symbolen beklebt, die dem Spieler entweder Ressourcen einbringen oder Aktionen ermöglichen. Die Symbole der Startwürfel bringen Gulden, Holz, Stein und Lehm ein. Diese Würfel werden auf dem Spielplan auf die entsprechenden Felder gelegt. Anschließend nimmt sich der Spieler die Ressource aus dem allgemeinen Vorrat. Würfel mit „A“ kann man dagegen auf dem separaten Aktionsplan einsetzen, um entsprechende Aktionen auszuführen.

Der Aktionsplan mit den ersten Aktionen des Spiels.
Der Aktionsplan mit den ersten Aktionen des Spiels.

Auf dem Aktionsplan haben die Spieler bereits in der ersten Partie zahlreiche Möglichkeiten.

Sie können Brot erwerben und damit das Volk glücklich machen (was wieder Ressourcen und Punkte bringt). Hierzu gibt es einen separaten Spielplan, auf dem die Siegpunkte und die Stimmung des Volkes festgehalten werden. Die Spieler können aber auch Gulden erhalten und in diese in fehlende Ressourcen umwandeln. So lässt sich Pech beim Würfeln mit geringem Aufwand wieder hinbiegen.

Arbeiter helfen beim Aufbau von Queensdale.
Arbeiter helfen beim Aufbau von Queensdale.

Weiter kann man gegen Abgabe von Geld und Brot „Spielfiguren“ aus einem Stoffbeutel ziehen: Zu Spielbeginn befinden sich drei unterschiedliche Figurentypen im Beutel: Handwerker (8x), Gaukler (8x) und Boten (2x). Der Handwerker ersetzt zwei beliebige Ressourcen, der Gaukler sorgt für Stimmung im Volk und der Bote bringt Nachrichten vom König (also Botenkarten ins Spiel).

Weiter kann man über den Aktionsplan auch neue Gebäude oder Kräuterhütten errichten oder mit seinem Kundschafter wild gewachsene Kräuter einsammeln (was wieder diverse Boni und/oder Punkte einbringt).

Der grüne Kundschafter mit Kräuterhütte.
Der grüne Kundschafter mit Kräuterhütte.

Kräuterhütten und der Kundschafter: Jeder Spieler besitzt einen Kundschafter, den er über den Aktionsplan aktivieren und auf die Reise schicken kann. Jedes Plättchen, dass der Kundschafter dabei erreicht, darf der Spieler umdrehen – sofern er eine passende Kräuterhütte zu dem Plättchen besitzt.

Beispiel: Der grüne Kundschafter im Bild verfügt nur über eine Kräuterhütte auf dem Symbol für Lavendelkräuter. Der Spieler darf aktuell also nur Plättchen umdrehen, die sein Kundschafter erreicht und auf denen dasselbe Lavendel-Symbol abgebildet ist. Unter jedem Kräuterplättchen verbirgt sich eine nützliche Hilfe. Es gibt keine negativen Kräuterplättchen, die den Spieler benachteiligen können.

Ein neues Gebäude wird auf dem Bauplatz errichtet.
Ein neues Gebäude wird auf dem Bauplatz errichtet.

Gebäude errichten: Damit Queensdale im Spielverlauf zu voller Blüte gedeihen kann, müssen regelmäßig neue Gebäude errichtet werden. Mit dem Pömpel werden Wiesenfelder umgedreht und zu Bauplätzen. Bauplätze werden anschließend gegen neue Gebäudeplättchen ausgetauscht. So verändert sich das eigene Queensdale-Viertel des Spielers mit jeder Bauaktion. Jedes neue Gebäude bringt dem Spieler Punkte für die laufende Partie und in der Regel Vorteile für alle nachfolgenden Partien. So können in Gebäuden Arbeiter und Ressourcen eingelagert werden, künftig Neubauten billiger errichtet werden oder Sonderaktionen (auf die wir hier noch nicht eingehen wollen) aktiviert werden.

Die Spielkarten von The Rise of Queensdale.
Die Spielkarten von The Rise of Queensdale.

Die Handlung des Spiels wird durch die Epochenstart- und Endkarten vorangetrieben. Hierbei ist es ausreichend, dass ein Spieler die aktuelle Epoche erfolgreich beenden konnte. Andernfalls werden durch die Geschichtskarten trotzdem immer wieder neue (Neben-)Handlungsstränge ins Spiel gebracht. Zu Beginn jeder Partie erhält man also garantiert neue Informationen aus bzw. über Queensdale. Gleiches gilt für die Boten- und Zahlenkarten. Eine Besonderheit bilden noch die Wahrsagerinnen-Karten, aber hierzu möchten wir an dieser Stelle nicht mehr verraten. Nur soviel: diese Karten ins Spiel zu intergrieren war eine richtig gut Idee.

Am Ende einer einzelnen Partie

Am Ende jeder Partie geschieht in der Regel noch einiges. Konnte ein Spieler das Epochenziel erreichen, wird die Epochenendkarte vorgelesen. Alternativ werden die Erzählstränge ausliegender Geschichtskarten zuende geführt. Siegel und neue Turmteile werden vergeben. Und natürlich dürfen die Spieler auch ungenutzte Ressourcen mit in die nächste Partie nehmen (sofern sie passende Gebäude in ihrem Bereich von Queensdale errichtet haben).

Das Ende des Spiels

The Rise of Queensdale wird über 10 Epochen gespielt. Mit jeder Epoche wird die zu erreichende Punktzahl für den Sieg erhöht. In der letzten Epoche sind das 70 Punkte, die die Spieler erreichen müssen. Wer das schafft, erringt auch den Gesamtsieg. Auf der letzten Epochenendkarte erfährt der Spieler, wie des Königs Belohnung für ihn aussieht.

Kann man nach dem Ende der Kampagne noch weiterspielen?

Legacy-Spiele können in der Regel nur einmal vollumfänglich durchgespielt werden. Das gilt auch für The Rise of Queensdale.

Aber ja, auch nach dem Erreichen des Kampagnenendes sind weitere Partien durchaus möglich. Hierzu gibt es eine kurze Anleitung auf der letzten Epochenzielkarte. Der Spielplan wird dabei ein wenig präpariert, Spielzubehör wird endgültig aus dem Spiel entfernt. Am Ende entsteht so ein Satz an Spielmaterialien, mit dem sich beliebig viele Partien spielen lassen. Der Spielplan ändert sich dann natürlich nicht mehr und es kommen auch keine neuen Geschichten und Ereignisse hinzu.

Erfahrungsbericht und Fazit zum Spiel

Wir haben The Rise of Queensdale zu zweit komplett durchgespielt. Am Ende blieben 18 Regelsticker ungenutzt und auch die Inhalte einiger Spielkarten kamen in unserem Durchlauf nicht zum Einsatz. Wie wir das Legacy-Spiel in seinen unterschiedlichen Phasen erlebt haben, haben wir hier zusammengefasst.

Der Einstieg in die erste Partie lief leider etwas schleppend. Zeitlich lagen zwischen dem Öffnen der Spielbox und dem ersten Spielzug circa 2 Stunden. In dieser Zeit haben wir uns gemeinsam mit dem Spielzubehör befasst, die eigenen Würfel beklebt, den Charakter und das Wappen ausgewählt, die Familiengeschichte gelesen, zahlreiche Plättchen ausgestanzt und Ressourcenmarker bereitgelegt.

Was jedem vor dem ersten Spiel auf jeden Fall klar sein sollte: Die Zahl der teilnehmenden Spieler ist mit dem ersten Spielaufbau festgeschrieben. Wer einmal zu zweit eine Partie spielt, der kann in einer nachfolgenden Runde nicht zu dritt oder viert weiterspielen. Das liegt vor allem daran, dass auch das Spielfeld vor dem ersten Spiel der Spielerzahl entsprechend verändert/überklebt wird.

Ein eigens dafür beigelegtes Regelblatt beschreibt sehr detailliert den Spielaufbau für das erste Spiel. Die Idee ist sehr vorbildlich. Klar war trotzdem nicht immer alles – beispielsweise konnten wir das vierte Feld 1d nicht finden, auf dem ein Sticker aufgeklebt werden sollte. Auch blieben nach dem Aufbau gefühlt noch einige Fragen offen. Der Start in unsere erste Runde war mit etwas Unsicherheit verbunden.

Das erste Spiel schafften wir dann überraschend locker in circa 60 Minuten. Alle Spieler hatten am Ende ihr Epochenziel erreicht und konnten gleichzeitig die nächste Herausforderung angehen. Beim Spielende und den Vorbereitungen für die nächste Epoche mussten wir dann wieder einiges nachlesen. Beispielsweise war nicht ganz klar, was mit der aufgedeckten Botenkarte passieren soll. Hier ergab sich wieder ein Erklärungsfehler in der Spielregel. Die Regel besagte, die offenen Botenkarten kommen aus dem Spiel. Tatsächlich werden sie vor der nächsten Partie aber wieder untergemischt. Für alle bisher bekannten Ungenauigkeiten gibt im Forum auf boardgamegeek.com übrigens eine schöne Übersicht. Wie empfehlen allen Spielern, sich hier vor der ersten Partie einen Überblick über die bereits bekannten Fehler zu machen. Dann weiß man an bestimmten Stellen im Spiel sofort Bescheid und rätselt nicht unnötig rum.

Von dem Spielzubehör, dass eigens für die erste Partie bereitgelegt wurde, haben wir sehr viel überhaupt nicht gebraucht. Die meisten Spielkarten wurden nicht benutzt, so die Wahrsagerin oder die Geschichtenkarten. Auch die blauen Karten mit den Ziffern kamen nicht zum Einsatz. Das Gefühl, etwas falsch gespielt zu haben machte sich breit. Zumal auch einige Plättchen unbenutzt wieder eingeräumt wurden. Beim erneuten Studieren der Spielregel konnten wir aber keinen Spielfehler auf unserer Seite entdecken.

Die Folgepartien: Nach den ersten Partien machte sich endlich eine beruhigende Routine beim Spielaufbau und -ablauf breit. Langeweile kam trotzdem nicht auf. Denn mit den neuen Epochenzielen und Geschichtskarten kamen regelmäßig neue Spielelemente hinzu. Es wurden neue Figuren und Aktionen eingeführt und natürlich auch der Bau neuer, verbesserter Gebäude ermöglicht.

Was erstaunlich gut funktionierte, war das Ausbalancieren der Spielstärken einzelner Spieler. Hat einer mal sein Epochenziel nicht erreicht, erhält er bei Spielende wertvolle Siegel, mit denen die eigenen Würfel aufgewertet werden können. Liegen zwischen den Spielern eine oder mehrere Zielepochen, werden auch hier die zurückliegenden Spieler beim Aufbau der Folgepartie mit weiteren Boni unterstützt. Selbst wenn ein Spieler mal mehrere Epochen Vorsprung haben sollte, lässt sich meistens wieder aufholen.

Das Finale: Der mittlere Teil des Spiels hatte uns aufgrund seiner Handlung (Entwicklung) sehr gut gefallen. So sehnten wir auch die letzten Epochen herbei. Die Neugierde auf die neuen Epochenstartkarten war immer sehr groß, kamen dadurch doch immer neue Elemente und Regelerweiterungen ins Spiel. Wir möchten an dieser Stelle nicht mehr verraten. Für ausreichend Abwechslung wurde aber duch das gesamte Spiel hinweg gesorgt. Das schließt auch das Finale des Spiels mit ein. Zum Ende des Spiels gab es durch den König dann noch eine Belohnung für den Sieger. Auch diese werden wir nicht verraten.

Zusammengefasst: The Rise of Queensdale hat uns auf der einen Seite wirklich sehr viele Stunden Spielspaß bereitet. Es war schön, die eigene Region kontinuierlich wachsen zu sehen. Die aufkeimende Routine im Spielablauf wurde durch immer neue Regel(-erweiterungen) gut in Zaum gehalten. Auf der anderen Seite war es aber auch enttäuschend, dass die Spielregel an einigen Stellen lücken- beziehungsweise fehlerhaft gewesen ist, Sticker vereinzelt falsch nummeriert waren und so gerade am Anfang selten das Gefühl von Sicherheit im Umgang mit dem Spiel aufkommen konnte. Da wir gedruckte Spielregeln nicht separat werten, fließen diese negativen Punkte weiter unten direkt in den Bewertungspunkt „Spielzubehör“ mit ein (-20% wegen Fehlern). Das eigentliche Zubehör, also die Spielpläne, Plättchen und Figuren sind dagegen tadellos und von sehr guter Qualität.

Für ein Legacy-Spiel ebenfalls nicht optimal gelöst waren die vielen Stickerbögen. Die einzelnen Aufkleber auf den Bögen waren zwar nummeriert. Aber auf die Stickernummer 1 folgte nicht zwangsläufig die Nummer 2. So musste man ständig nach den passenden Stickern suchen und konnte so schon sehen, was auf den anderen Stickern alles abgebildet ist. Auch hierfür gibt es Punktabzug (-5%). Und auch der Materialverschleiß fiel insbesondere im Spiel zu zweit deutlich auf. Quasi die Hälfte der Spielkomponenten konnten wir direkt vom Stanzbogen in die Papiermülltonne befördern. Und wie eingangs schon erwähnt, blieben auch 18 Regelsticker unbenutzt auf ihren Stickerbögen.

Was von zahlreichen Partien nachwirkt ist unterm Strich aber ein spannendes und schönes Spielerlebnis, das im positiven Sinne so schnell nicht wieder in Vergessenheit geraten wird. Denn The Rise of Queensdale hat es trotz der mehrfach genannten Schwächen geschafft, uns viele Tage nahezu jeden Abend an den Spieltisch zu bringen, um die Geschichte von Queensdale mitzugestalten. Es wäre wünschenswert, dass schnellstmöglich eine korrigierte, überarbeitete zweite Auflage erscheint. Denn an für sich ist The Rise of Queensdale ein wirklich unterhaltsames Aufbauspiel.

– Herzlichen Dank an Alea für das Rezensionsexemplar –