Auch wenn seit der Erstveröffentlichung von „Bluff“ ein paar Jahr(zehnt)e ins Land gegangen sind, so ist es doch immer wieder schön, ein älteres Spiel vom Lagerungsstaub zu befreien und anzuspielen. Ursprünglich erschienen ist Bluff in den 80er Jahren bereits unter den Namen „Doubter’s Dice“ sowie „Liar’s Dice“. Seit 2001 wird der Spieletitel vom Ravensburger-Verlag herausgegeben. Unser kurzer Bericht gilt der Version aus dem Hause F.X. Schmid, die zum Spiel des Jahres 1993 gekürt wurde.


Spielverlag: Ravensburger
Spielautor: Richard Borg
Erscheinungsjahr: 1993

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 2 – 6 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör von Bluff

Das Zubehör ist, wie bei klassischen Würfelspielen üblich, sehr überschaubar. Als Besonderheit sind hier die Würfel zu nennen, die mit den Ziffern 1-5 und einem Stern anstelle der Ziffer 6 versehen wurden. Insgesamt befinden sich in dem großen Karton:

  • Ein einseitiger Spielplan
  • 6 Würfelbecher
  • 30 gelbe Würfel
  • 1 roter Würfel

Ausführliche Spielregeln zum Würfelspiel Bluff

Spielvorbereitungen

  1. Der Spielplan wird in die Mitte gelegt.
  2. Jeder Spieler erhält einen Würfelbecher
  3. Jeder Spieler erhält 5 gelbe Würfel (Die restlichen Würfel kommen aus dem Spiel).
  4. Der Startspieler wird ausgewürfelt. Dieser erhält den roten Würfel.

Spielablauf und Ziel des Spiels

Um Bluff zu gewinnen, muss man sich über mehrere Durchgänge gegen seine Mitspieler behaupten. Bei jeder einzelnen Runde werden die folgenden drei Schritte mehrmals wiederholt: Würfeln(1), Wetten(2), Aufdecken(3). Nach jedem Durchgang müssen ein oder mehrere Spieler einen Teil ihrer Würfel abgeben(4).

Gewonnen hat, wer als letzter Spieler noch einen Würfel in seinem Becher hat. Um das zu erreichen muss man zum einen gut Bluffen können und zum anderen eine gehörige Portion Glück haben. Der Spielverlauf von Bluff im Detail:

Verdeckt würfeln

Alle Spieler schütteln ihre Würfel im eigenenen Würfelbecher und setzen diesen anschließend vor sich ab. Die eigenen Würfel kann sich jeder Spieler anschauen, allerdings sollte man darauf achten, dass ja kein Spieler den eigenen Wurf zu sehen bekommt. Sollten ein oder mehrere Würfel übereinander oder verkantet unter dem Becher zum Vorschein kommen, muss der Spieler dies durch Hochheben des Bechers allen Spielern anzeigen. Anschließend würfelt der Spieler erneut.

Wetten

Wenn sich alle Spieler ihren aktuellen Wurf angesehen haben, beginnt die Wettphase. Die erste Wette platziert immer derjenige Spieler, der im vorherigen Durchgang erfolgreich war und somit im Besitz des roten Anzeigenwürfels ist. Bei der ersten Runde wird die erste Wette vom Startspieler vorgenommen. Für seine Wette stehen dem Spieler zwei Möglichkeiten zur Verfügung.

Bei der Zahlenwette wettet der Spieler, dass eine Augenzahl zwischen 1 und 5 zusammengerechnet mindestens sooft unter allen Würfelbechern zum Vorschein kommt, wie er angibt. Die Sternseite auf dem Würfel fungiert hierbei als Joker und entspricht jeweils dem Zahlenwert der gewetteten Ziffer.

Alternativ zur Zahlenwette kann ein Spieler auch eine Sternwette vornehmen. Wie der Name schon sagt, wettet ein Spieler hierbei auf die Mindestanzahl an Sternen, die sich unter den Würfelbechern verbergen.

Um seine Wette zu markieren, setzt der Spieler den roten Anzeigenwürfel auf dem Spielplan auf das entsprechende Feld, dass der Mindestanzahl der Häufigkeit seiner Wette entspricht. Hat er also gewettet, dass die 2 insgesamt mindestens 9 Mal vorkommt, so legt er den Würfel auf das Feld mit der Ziffer 9. Die gewettete Ziffer (oder der Stern) zeigen dabei nach oben. In unserem Beispiel zeigt also die 2 nach oben.

Anschließend geht das Spiel im Uhrzeigersinn weiter. Alle Mitspieler müssen nun entweder die Wette erhöhen oder aber anzweifeln.

Die Wette erhöhen kann man, indem man entweder die gewette Ziffer oder aber die Anzahl erhöht. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, könnte der Folgespieler nun wetten, dass anstelle von 9 Mal 2 insgesamt mindestens 9 Mal die 3 vorkommt oder aber 10 Mal die 2 aufgedeckt wird.

Würfel aufdecken

Zuletzt bleibt einem Spieler noch die Möglichkeit, die bestehende Wette anzuzweifeln. In diesem Fall sagt der Spieler laut und deutlich „Hoch die Becher“. Alle Spiele decken nun ihre Würfelergebnisse auf und die zuletzt erhobene Wette wird überprüft. Insgesamt drei Ausgänge sind denkbar:

Die gewettete Augenzahl ist niedriger als die Zahl tatsächlich vorkommt: In diesem Fall verliert der Spieler, der die Wette angezweifelt hat.

Die gewettete Augenzahl ist identisch mit der Häufigkeit der Zahl auf den ausliegenden Würfeln: In diesem Fall verlieren ALLE Spieler, außer dem, der die Wette abgegeben hat.

Die gewettete Augenzahl ist höher als die Zahl tatsächlich vorkommt: In diesem Fall verliert der Spieler, der die Wette abgegeben hat.

Würfel abgeben

Die Verlierer der aktuellen Wette müssen nun Würfel angeben. Wie viele Würfel das sind, bestimmt jeweils die Differenz zwischen der gewetteten/angewzeifelten Zahl und der tatsächlichen Menge unter den Würfelbechern. Hat ein Spieler also eine Zahl von 12 Vieren angezweifelt, tatsächlich wurden aber 14 Vieren gewürfelt, so muss er 2 seiner Würfel abgeben. Bei der identischen Anzahl an gewetteten und tatsächlichen Augenzahlen (die Wette, bei der ALLE anderen verlieren), müssen alle Verlerer jeweils einen Würfel abgeben.

Die abgegebenen Würfel kommen auf den „Würfelfriedhof“ auf dem Spielplan. So ist für alle Spieler immer sichtbar, wie viele Würfel sich nicht mehr im Spiel befinden. Das erleichtert das Wetten in fortlaufenden Runden. Spieler ohne Würfel scheiden während des Spielverlaufs aus.

Anschließend wird mit den verbliebenen Würfeln ein weiterer Durchgang gestartet, bis am Ende nur noch ein Spieler über Würfel verfügt.

Fazit zum Würfelspiel Bluff

Bluff eignet sich vor allem für Spieler, die kurze Spielregeln mögen und kein Problem damit haben, dass ein wesentlicher Faktor zum Gewinnen das Glück ist. Zweifelsohne lässt sich hervorragend im Anschluss an eine mehrstündige Strategiespielrunde „bluffen“. Als Absacker oder aber zum Auflockern kann Bluff durchaus herhalten. Und zu guter letzt ist es natürlich ein gutes Partyspiel, gerade weil die Regeln sehr schnell erklärt sind und auch Gäste, die selten oder nie Brettspiele spielen, plötzlich als Gewinner dastehen. So haben alle Spaß.

Die Finger von „Bluff“ lassen sollten dagegen alle, die Glücksspiele nicht mögen, selbst mit Bluff-spielen wie Doppelkopf oder Poker nur sehr wenig anfangen können und/oder schon über jede Menge alternative Spiele für „zwischendurch“ verfügen.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
70 %
Spielzubehör
80 %
Langzeitspaß
70 %
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