Inzwischen hat man sich ja schon daran gewöhnt, dass zu nahezu jedem kommerziell erfolgreichen Spiel mindestens eine Erweiterung erscheint. So auch zu Keltis! Die Erweiterung zum Spiel des Jahres 2008 nennt sich “Neue Wege, neue Ziele” und kommt mit einem neuen Spielplan und einem neuen Wegeplättchen daher. Wie immer gilt: Nur spielbar mit dem Hauptspiel.

Wie bei jeder Spiele-Erweiterung stellen sich vor dem Erwerb mindestens drei Fragen: “Was hat die Erweiterung zu bieten?”, “Wird das Hauptspiel dadurch besser?” und “Stehen die Neuerungen im Verhältnis zum Preis?” Allen drei Fragen wollen wir hier nun nachgehen.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Zoch
Spielautor: Roberto Fraga
Erscheinungsjahr: 2015

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 60 Minuten

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Spielzubehör der Keltis-Erweiterung

Wegeplättchen der Keltis-Erweiterung.
Wegeplättchen der Keltis-Erweiterung.
  • 1 Spielplan (ersetzt den Spielplan aus dem Grundspiel)
  • 5 Kleeblätter
  • 6 gelbe Wunschsteine
  • 6 blaue Wunschsteine
  • 6 braune Wunschsteine
  • 6 rosane Wunschsteine
  • 6 grüne Wunschsteine
  • 7 Punkteplättchen (5×2 und 2×3)
  • 5 Kartenablegeplättchen (NEU!)
  • und einer Spielanleitung

Änderungen zum Keltis-Grundspiel

Änderungen beim Spielaufbau

Gespielt wird mit dem neuen Spielplan der Erweiterung. Der Plan aus dem Keltis-Grundspiel wird nicht benötigt.

Ablegestellen auf den Spielplan.
Ablegestellen auf den Spielplan.

Die 22 Wegeplättchen mit der grauen Rückseite werden gemischt und anschließend auf dem Spielplan verdeckt auf die grauen Punkte neben den Steinfeldern gelegt. Sobald auf jedem grauen Punkt ein Wegeplättchen liegt werden diese aufgedeckt.

Die 25 Wunschsteinplättchen mit der grünen Rückseite werden nach Farben sortiert und gestapelt. Jeder einzelne Stapel wird nun auf dem Spielplan auf das Steinfeld mit der entsprechenden farblichen Markierung gelegt.

Ansonsten gelten dieselben Vorbereitungen wie beim Grundspiel: Alle Spieler erhalten ihre Spielfiguren, ein großes Kleeblatt und acht Spielkarten vom gemischten Kartenstapel.

Änderungen im Spielablauf

Der Spielablauf ist nahezu identisch mit dem Grundspiel (Zum Auffrischen siehe: Keltis – Spielregeln)

Neu ist, dass sich alle eigenen Spielfiguren nun eine Kartenreihe pro Farbe teilen müssen. Besonders erschwerend kommt hier noch hinzu, dass keine Karte einer Farbe mehr ausgespielt werden darf, sobald eine der eigenen Spielfiguren einen gleichfarbigen Endstein erreichen konnte.

Des Weiteren befinden sich auf dem neuen Spielplan farblose Steinfelder. Hierbei handelt es sich um Jokerfelder. Möchte man seine Spielfigur auf ein Jokerfeld ziehen, so kann man eine beliebige Kartenfarbe hierfür nutzen.

Wesentliche Änderungen der Erweiterung

Die Keltis-Erweiterung bringt drei Änderungen mit sich:

  • einen gänzlich neuen Spielplan, der die lineare Wegstruktur des Grundspiels auf den Kopf stellt.
  • ein Wegeplättchen, mit dem man bereits getätigte Spielzüge auf dem Kartenstapel rückgängig machen kann.
  • eine neue Punkteverteilung, durch die sich das fleißige Sammeln der mehrfarbigen Wunschsteine richtig lohnen kann.

Neuer Spielplan, der es in sich hat!

Um bei “Keltis – Neue Wege, neue Ziele”  voran zu kommen, genügt es nicht mehr, pro Spielfigur einen Kartenablagestapel einer Farbe anzulegen. Um mit einer Spielfigur bis zum Endstein vorzudringen, müssen nun mehrere Kartenablagestapel verschiedener Farben angelegt werden. Hierzu ein Beispiel:

Der neue Keltis-Spielplan
Der neue Keltis-Spielplan

Der Spieler möchte mit einer seiner Spielfiguren von der blauen 6 zum grünen Endstein. Hierzu muss er

  • eine weitere blaue Karte ausspielen, um auf das Achterfeld zu gelangen.
  • eine gelbe Spielkarte ablegen um auf das Feld mit der Sieben ziehen zu können.
  • eine grüne Spielkarte ablegen, um auf das Sechserfeld zu ziehen.
  • eine weitere grüne Spielkarte ablegen, um auf den Endstein zu gelangen.

Soweit kein Problem? Es wird noch schwieriger! Es darf pro Farbe nur ein Kartenablagestapel begonnen werden. Diese werden dann für die Spielzüge ALLER eigenen Spielfiguren erweitert. Sollte dabei eine Spielfigur einen Endstein erreichen, so darf keine Spielkarte derselben Farbe mehr auf den Kartenablagestapel hinzugefügt werden, somit kann keine Spielfigur mehr auf ein Feld dieser Farbe gezogen werden.

Ein neues Wegeplättchen, ohne das man kaum Chancen hat

Fünf Spielfiguren gilt es so weit wie nur möglich auf den verzweigten Pfaden dem Endstein näher zu bringen. Da pro Farbe nur ein Kartenablagestapel geöffnet werden kann, der für alle eigenen Spielfiguren gleichermaßen gilt, ist das neue Kartenablageplättchen das so genannte Licht am Ende des Tunnels.

Wegeplättchen
Wegeplättchen

Das Punkteplättchen (links) und das Kleeblatt (mitte) haben wir bereits im Grundspiel kennen gelernt. Neu ist das Kartenablegeplättchen. Diese begegnet den Spielern insgesamt fünfmal auf dem Spielfeld, ist optional und ermöglicht die folgenden Aktionen:

  • Entweder eine Spielkarte aus der Hand auf den Ablagestapel der entsprechenden Farbe legen. Somit kann man nicht mehr verwendbare Karten auf der Hand abgeben und mit etwas Glück eine sinnvollere Karte nachziehen.
  • Oder eine der zuletzt gelegten Karten aus einer der eigenen Kartenreihen auf den Ablagestapel der entsprechenden Farbe legen. Eine wichtige Aktion, sollte man mit einer seiner Kartenreihen bereits bei “0″ bzw. “10″ angekommen sein.

Neues Punktesystem immer im Auge behalten!

Wer immer nur brav seine Spielfiguren in Richtung Endstein zieht und dabei das Einsammeln von Wunschsteinen vergisst, der wird bei der Endwertung sehr wahrscheinlich sein blaues Wunder erleben. Hat es im Grundspiel noch ausgereicht, seine Figuren so weit wie möglich voran zu bringen, so wird in der Keltis-Erweiterung das Sammeln von Wunschsteinen enorm wichtig.

Durch die Einführung mehrfarbiger Wunschsteine lassen sich zusätzliche Siegpunkte einheimsen. Auf der einen Seite gibt es Punkte für die Anzahl verschiedenfarbiger Wunschsteine. Um hier möglichst viele Siegpunkte zu erhalten, muss man von jeder Farbe mindestens einen Wunschstein einsammeln. Auf der anderen Seite gibt es zudem Punkte für gleichfarbige Wunschsteine. Hier muss man mindestens drei Wunschsteine derselben Farbe eingesammelt haben.

Extrapunkte für möglichst viele unterschiedliche Wunschsteine.
Extrapunkte für möglichst viele unterschiedliche Wunschsteine.
Weitere Extrapunkte für möglichst viele identische Wunschsteine.
Weitere Extrapunkte für möglichst viele identische Wunschsteine.

Fazit zu Keltis – Neue Wege, neue Ziele

Auf den ersten Blick ist in der Erweiterung nicht viel drin. Ein paar runde Plättchen, ein Spielplan sowie eine Spielanleitung, die aus einem doppelseitig bedruckten Blatt besteht. Aber das kannte man ja schon vom Keltis-Grundspiel. Meine Erwartungen waren nach dem Auspacken also nicht besonders hoch. Doch bereits nach der ersten Partie hat sich mein Ersteindruck völlig zerschlagen. Ließ sich das Grundspiel noch ohne jegliche Überlegungen munter runterspielen, so merkt man bereits nach den ersten Spielzügen von “Keltis – Neue Wege, neue Ziele”, dass das gar nicht mehr so einfach ist. Hier muss man sich ja plötzlich konzentrieren!

Zum Einen ist da der neue Spielplan, auf dem die bereits bekannte lineare Wegestruktur zu einem regelrechten Netzwerk an Pfaden aufgebrochen wurde. Dadurch reicht es nun nicht mehr aus, einfach nur Glück beim Nachziehen von neuen Spielkarten zu haben. Denn wer sich eine gute Taktik zurechtlegt, der kann jetzt auch mit vermeintlich “schlechten” Karten weite Wege gehen. Das neue Kartenablegeplättchen passt in dieses Gesamtbild der Erweiterung. Denn es ermöglicht den Spielern, ausbleibendes Glück beim Nachziehen von Karten mit ein wenig Taktik zu begegnen.

Auch die Einführung der mehrfarbigen Wunschsteine und der damit verbundenen Änderung des (Bonus-)Punktesystems bringt zusätzlich Schwung in das Spiel, da man in der Keltis-Erweiterung auch mal Umwege in Kauf nehmen muss, um möglichst alle Steine einsammeln zu können. Und das ist nicht unwichtig. Zumindest bei unseren Partien haben immer die zusätzlichen Siegpunkte den Unterschied bei der Endwertung gemacht und letztlich zum Spielgewinn geführt.

Konnte man das Grundspiel noch als klassischen “Absacker” für das Ende eines langen Spielabends empfehlen, so lässt sich dieses Prädikat nicht mehr für die Erweiterung vergeben. Der hohe Glücksfaktor aus dem Grundspiel hat sich in der Erweiterung deutlich verringert, die Dauer einer Partie nimmt ebenfalls zu und ohne seinen Grips anzustrengen kommt man zwar auch irgendwie durch das Spiel, aber als Gewinner geht man hier gewiss nicht mehr vom Platz.

Alles in allem eine sehr solide Erweiterung, die man durchaus empfehlen kann. Wer das Grundspiel mochte, kann hier eigentlich nichts falsch machen.