Mit Kingdom Builder hat es Queen Games nach unzähligen Nominierungen mal wieder geschafft und darf den Titel ab sofort mit dem Prädikat „Spiel des Jahres 2012“ vermarkten. Verantwortlich hierfür ist kein Geringerer als Donald X. Vaccarino, der den Spielepreis schon 2009 mit seinem modernen Klassiker Dominion gewinnen konnte.

Bei Kingdom Builder sollen die Spieler, wie der Spielname schon sagt, ihr eigenes Königreich errichten. Hierbei müssen sie Siedlungen errichten und so Runde für Runde ihr Königreich erweitern. Am Ende zählt wie so oft die Anzahl der errungenen Siegpunkte, die bei Kingdom Builder zur Abwechslung mal in Form von errungenem Gold daher kommen.

Was die Sache interessant macht, ist zum einen der Spielplan und zum anderen der Stapel an Kingdom-Builder Karten. Der Plan wird vor jeder Runde aus den acht Quadranten neu zusammengesetzt. Da für einen vollständiges Spielfeld nur vier Quadranten benötigt werden, ergibt sich so über viele Spielrunden immer wieder eine neue Variante. Jeder Quadrant bringt zudem jeweils einen besonderen Ort ins Spiel, über den die Spieler eine zusätzliche Aktion erhalten können. Die Kingdom Builder Karten dagegen verändern bei jedem Spiel die Siegbedingungen, beziehungsweise die Bedingungen, für die man bei der Endwertung Gold erhalten kann.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Queen Games
Spielautor: Donald X. Vaccarino
Erscheinungsjahr: 2012

Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 45 Minuten

Erweiterungen zu Kingdom Builder

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Spielzubehör von Kingdom Builder

Kingdom Builder Spielzubehör
  • 160 Siedlungen aus Holz (40 pro Farbe)
  • 28 Ortsplättchen
  • 25 Geländekarten
  • 10 Kingdom Builder Karten
  • 8 unterschiedliche Quadranten
  • 8 Übersichten für die Ortsplättchen
  • 4 Gold-Marker (einer pro Farbe)
  • 1 Startspielerplättchen

Ausführliche Spielregeln zu Kingdom Builder

Spielvorbereitungen – Grundaufbau von Kingdom Builder

Eine Variante des aufgebauten Spielplans.
Eine Variante des aufgebauten Spielplans.

Das Spielfeld wird aus vier der insgesamt acht Quadranten zu einem rechteckigen Plan zusammengesetzt. An jeden Quadranten wird die passenden Übersichts des Ortsplättchens angelegt. Auf jedes individuelle Ortsfeld auf dem Spielplan werden jeweils zwei passende Ortsplättchen ablegen.

Die Geländekarten werden gemischt und als verdeckter Nachziehstapel neben das Spielfeld gelegt.

Die Kingdom Builder Karten werden gemischt. Anschließend werden die obersten drei Karten aufgedeckt und offen neben das Spielfeld gelegt. Das sind die Bedingungen, über die man im Spiel Siegpunkte sammeln kann.

Jeder Spieler erhält 40 Siedlungen, einen Gold-Marker und eine Geländekarte vom Nachziehstapel. Den Goldmarker legt er auf das Startfeld der Punktetafel. Der älteste Spieler erhält das Startspielerplättchen.

Sofort losspielen möglich: Die Spielanleitung zum aktuellen Spiel des Jahres 2012 ist mit gerade mal sechs Din A4 Seiten sehr überschaubar ausgefallen, zumal die Anleitung mit vielen Bildern zum Aufbau und den Sonderaktionen gespickt wurde. Bis zum ersten Spiel muss man also nicht stundenlang lesen. Eigentlich kann man direkt losspielen.

Spielablauf: Ein Königreich entsteht

Ziel des Spiels ist es, gemäß den drei ausliegenden Kingdom-Builder-Karten möglichst viele Punkte zu sammeln.

Zu Spielbeginn haben alle Spieler genau eine Geländekarte verdeckt vor sich liegen. Der Startspieler beginnt, anschließend folgen alle Spieler der Reihe nach im Uhrzeigersinn. Gespielt wird über mehrer Runden. Hierbei durchlaufen die Spieler immer diesselben Aktionen:

1.) Eine Geländekarte ausspielen: Da jeder Spieler IMMER nur über eine Geländekarte verfügt, besteht die gesamte Aktion eigentlich nur darin, die verdeckte Karte aufzudecken.

2.) Siedlungen errichten (Pflicht): In jeder Runde MUSS der Spieler 3 Siedlungen aus seinem Vorrat auf ein noch nicht bebautes Feld der Geländeart setzen, welches die zuletzt ausgespielte Geländekarte zeigt. Beim Bau müssen zudem entsprechende Bauregeln berücksichtigt werden.

3.) Sonderaktionen durchführen (Optional): Im Spielverlauf von Kingdom Builder können die Spieler Ortsplättchen einsammeln. Diese erlauben es, einmal pro Runde eine Sonderaktion für jedes Ortsplättchen durchzuführen. Eine Sonderaktion darf sowohl vor als auch nach der Pflichtaktion durchgeführt werden. Die einzelnen Sonderaktionen werden weiter unten beschrieben.

4.) Eine Geländekarte nachziehen: Am Ende seines Spielzuges muss der Spieler seine ausgespielte Geländekarte auf den Ablagestapel legen und eine neue vom Nachziehstapel aufnehmen und verdeckt vor sich ablegen. Er selbst darf sich die Karte selbstverständlich anschauen.

Sonderaktionen und Kingdom Builder Karten

Wer eines oder mehrere Ortsplättchen erobert, kann Sonderaktionen durchführen.
Wer eines oder mehrere Ortsplättchen erobert, kann Sonderaktionen durchführen.

Durch Sonderaktionen können die Spieler entweder Änderungen an bereits bestehenden Siedlungen vornehmen oder aber zusätzliche Siedlungen errichten. Um eine Sonderaktion durchführen zu können, müssen die Spieler zunächst Ortsplättchen einsammeln. Hierzu müssen Sie lediglich eine oder mehrere Siedlungen direkt neben einem Ortsfeld errichten, auf dem sich noch ein Ortsplättchen befindet und dieses an sich nehmen.

Ab der folgenden Spielrunde darf der entsprechende Spieler die mit dem Plättchen verbundene Sonderaktion einmal pro Runde nutzen. Im Grundspiel zu Kingdom Builder sind bereits die folgenden acht Ortsplättchen und somit auch acht Sonderaktionen enthalten.

  • Die Farm – Ermöglicht den Bau einer zusätzlichen Siedlung auf einer Graslandschaft.
  • Die Koppel – Ermöglicht das Versetzen einer bestehenden Siedlung um zwei Felder (horizontal oder diagonal). Dabei werden eigene oder gegnerische Siedlungen, Flussfelder und Berge nicht mitgezählt.
  • Die Taverne – Ermöglicht den Bau einer zusätzlichen Siedlung an das Ende einer bereits bestehenden Siedlungskette. Einzige Bedingung hier ist, dass die Siedlungskette aus mindestens drei Siedlungen bestehen muss.
  • Die Oase – Ermöglicht den Bau einer zusätzlichen Siedlung auf einer Wüstenlandschaft.
  • Die Scheune – Ermöglicht das Versetzen einer bestehenden Siedlung auf ein Geländefeld jener Art, welche die in der Pflichtaktion ausgespielte Geländekarte zeigt.
  • Der Turm – Ermöglicht den Bau einer zusätzlichen Siedlung am Spielfeldrand.
  • Das Orakel – Ermöglicht den Bau einer zusätzlichen Siedlung auf ein Geländefeld jener Art, welche die in der Pflichtaktion ausgespielte Geländekarte zeigt.
  • Der Hafen – Ermöglicht das Versetzen einer bestehenden Siedlung aus ein Wasserfeld.
Die KIngdom Builder Karten bestimmen, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, um bei der Schlusswertung möglichst viele Siegppunkte zu sammeln.
Die KIngdom Builder Karten bestimmen, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, um bei der Schlusswertung möglichst viele Siegppunkte zu sammeln.

Von den insgesamt zehn Kingdom Builder Karten werden pro Partie lediglich drei Karten verdeckt gezogen und offen neben den Spielplan gelegt. Diese drei Karten bestimmen für die aktuelle Kingdom Builder Partie, für welche Siedlungen es bei der Schlusswertung Gold (=Siegpunkte) geben wird. Von der Gewichtung her sind die Kingdom Builder Karten bis auf wenige Ausnahmen identisch. Meistens gibt es für die Erfüllung einer Bedingung ein Gold pro Siedlung. Zu den zehn Kingdom Builder Karten gehören:

  • Der Bürger – Für je zwei Siedlungen im größten, eigenen Siedlungsgebiet erhält der Spieler ein Gold. Besteht ein Siedlungsgebiet also aus 18 aneinander gereihten Siedlungen, so erhält der Spieler 9 Gold.
  • Der Entdecker – Ein Gold für jede horizontale Linie auf dem Spielplan auf dem mindestens eine eigene Siedlung errichtet wurde.
  • Der Einsiedler – Ein Gold für jede einzeln stehende Siedlung sowie für jedes Siedlungsgebiet.
  • Der Ritter – Zwei Gold für jede Siedlung auf der horizontalen Linie mit den meisten eigenen Siedlungen.
  • Die Bergleute -Ein Golf für jede Siedlung, die neben einem Bergfeld errichtet wurde.
  • Die Lords – Zwölf Gold pro Quadrant für den Spieler mit den meisten Siedlungen im jeweiligen Quadrant. Sechs Gold pro Quadrant für den Spieler mit den zweitmeisten Siedlungen im jeweiligen Quadrant.
  • Die Fischer -Ein Gold für jede Siedlung, die neben einem Wasserfeld errichtet wurde.
  • Die Händler -Vier Gold für jedes Orts- und Burgfeld, das durch eigene Siedlungen mit anderen Orts- und Burgfeldern verbunden wurde.
  • Die Bauern – Drei Gold pro Siedlungen in aus dem Quadranten, in dem der Spieler die wenigsten Siedlungen besitzt.
  • Die Arbeiter – Je ein Gold pro Siedlung, die angrenzend an ein Orts- oder Burgfeld errichtet wurde.

Spielende und Gewinner des Spiels

Auf der Rückseite jedes Quadranten befindet sich die Wertungstabelle.
Auf der Rückseite jedes Quadranten befindet sich die Wertungstabelle.

Kingdom Builder endet, sobald ein Spieler alle seine Siedlungen aus dem Vorrat aufgebraucht hat. Die laufende Runde wird in diesem Fall noch zu Ende gespielt. Anschließend erfolgt die Schlusswertung, bei der für jeden Spieler die gesammelte Anzahl an Gold ermittelt und per Gold-Marker in die Wertungstabelle übertragen wird.

Gold erhalten die Spieler durch die Erfüllung der Vorgaben auf den drei Kingdom Builder Karten und durch das Besiedeln der Gebiete rund um Burgen (= 3 Gold pro Burg).

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Fazit zum Brettspiel Kingdom Builder

Das Einlesen in die Spielregeln verlief flott, der Spielplan war in wenigen Schritten aufgebaut. Da lag es nun vor uns, das aktuelle Spiel des Jahres 2012 – Kingdom Builder. Insgesamt haben wir drei vollständige Runden durchgespielt und dabei ein Wechselbad an Eindrücken durchlaufen.

Nach der ersten Spielrunde trat zunächst ein wenig Ernüchterung ein. Denn im Wesentlichen besteht das Spiel aus dem Ausspielen einer Geländekarte und dem Setzen dreier Siedlungen auf ein Gelände gleichen Typs. Da man nicht einmal zwischen verschiedenen Geländekarten wählen kann, fühlt man sich schnell dem Schicksal ausgeliefert. Da während des Spiels auch keine Zwischenstände oder Teilpunkte vergeben werden, weiß man eigentlich auch nie so genau, wo man denn nun gerade steht.

Trotzdem hat es uns gepackt und wir bauen das Spielfeld umgehend noch einmal auf und starten eine zweite Runde. Der Plan hat sich nun verändert, andere Ortsplättchen liegen aus und vor allem die neuen Kingdom Builder Karten verlangen nun von uns völlig andere Siegbedingungen. Sollten wir im ersten Durchlauf noch nahe am Wasser (Fischer) und am Gebirge (Bergleute) bauen, sollen wir jetzt möglichst viele Siedlungen auf einer horizontalen Linie (Ritter) errichten, gleichzeitig aber auch diagonal möglichst viele unterschiedliche hotizontale Linien mit Siedlungen bestücken (Entdecker). Dadurch ergibt sich ein völlig neues Spiel und unsere Erfahrungen aus der ersten Runde sind eigentlich nutzlos. Der erste Eindruck wird leicht korrigiert, im positiven Sinne.

In der dritten Runde erleben wir Ähnliches. Wieder neuer Plan, wieder neue Orstplättchen, wieder neue Kingdom Builder Karten und somit wieder neue Siegbedingungen. Zudem haben wir den starken Glückfaktor aus der ersten Runde durch den Einsatz der Orstplättchen ein wenig in den Griff bekommen.

Zusammengefasst haben wir in knapp 3 Stunden drei völlig unterschiedliche Partien Kingdom Builder erlebt, in denen kein Königreicherbauer mehrfach gewinnen konnte. Unsere anfängliche Enttäuschung hat sich ein wenig verflüchtigt, mit der steigenden Anzahl an Runden hatte uns dann doch der Ehrgeiz gepackt, jeder wollte mit seinen Mitteln (Geländekarten=Glück, Ortsplättchen=Taktik) gewinnen. Wir hatten unseren Spass!

Vielspieler werden Kingdom Builder dagegen vermutlich nach einer handvoll Partien wieder den Rücken zuwenden. Wer gerne taktiert und häufig spielt, für den bietet Kingdom Builder gewiss zu wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Zudem kennt man einige Komponenten bereits aus anderen Brettspielen. So gab es das Erstellen des Spielplans erst kürzlich in Tobago, bei dem man ebenfalls vor jeder Runde einen Plan aus verschiedenen Teilen zusammensetzen musste. Die Geländetypen und Siedlungen gehören spätestens seit Siedler von Catan zu jedem guten Aufbauspiel einfach dazu. An Neuheiten bietet die Grundversion von Kingdom Builder dem Vielspieler einfach zu wenig, um dauerhaft auf dem Spieltisch zu landen.

Als Spiel des Jahres kann man Kingdom Builder wie immer jedem Anfänger und Gelegenheitsspieler empfehlen. Was das angeht macht die Jury einen ordentlichen Job. Die Spielregeln sind schnell erlernt und durch die Glückskomponente (Geländekarte nachziehen) kann quasi jeder mal gewinnen. Als Familenspiel ist es zudem geeignet, da eine Runde tatsächlich nach maximal einer Stunde vorbei ist.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
85 %
Spielzubehör
90 %
Langzeitspaß
95 %
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