Im Brettspiel Steam Time begeben sich die Spieler zurück in das Jahr 1899. Die Menschheit beobachtet immer wieder unerklärbare Phänomene, die sich in der Nähe von sagenumwobenen Monumenten abspielen. Die Zeit scheint an diesen Orten verrückt zu spielen. Und nicht nur das. Immer wieder werden wertvolle Kristalle in der Nähe von Stonehenge, den Pyramiden und anderen Orten der Welt gefunden, mit denen sich neue Maschinen bauen lassen. Die neuen Maschinen speichern das Wissen der Welt und erschaffen Schätze. Um die Vorkommnisse genauer untersuchen zu können, wird ein neues Institut gegründet, das Temporalinstitut zur Monumentalexploration (kurz T.I.M.E.). Des Weiteren werden die modernsten Fluggefährte bereitgestellt, mit denen die unerklärbaren Zeitphänomene genauer unter die Lupe genommen werden sollen: gut ausgerüstete Zeppeline.

So begeben sich die Spieler mit ihren Zeppelinen auf Forschungsreise zu den verschiedenen Monumenten. Konkret bedeutet das, dass ein Spieler in seinem Spielzug einen seiner drei Zeppeline auf ein freies Aktionsfeld einer Monumenttafel legt und die entsprechende Aktion ausführt. Das kann die Annahme eines besonderen T.I.M.E.-Auftrags sein, der erst nach Erledigung zu mehr Ansehen führt. Wichtige Begegnungen mit Wissenschaftlern und Berühmtheiten werden ebenfalls über Aktionsfelder getätigt. Und natürlich werden dort auch neue Kristalle eingesammelt, die in den Maschinen des Zeppelins wichtige Ressourcen freisetzen, unter anderem auch Steam. Der eigene Zeppelin kann aber auch über Upgrades weiterentwickelt und somit noch leistungsfähiger gemacht werden. Und wird das Geld einmal knapp, geht es zur Bank. Verfügt ein Spieler über ausreichend Kristalle, kann er sich auf eine prestigeträchtige Expedition wagen, die ihm zu mehr Ruhm, Wissen und Reichtum verhelfen kann.

Bei Steam Time gilt es dann, zahlreiche kleine Aktionen durchzuführen ohne dabei die größeren Ziele aus den Augen zu verlieren. Wer einen wichtigen Auftrag annimmt, beispielsweise mehr Ansehen durch Expeditionen erlangen, der sollte gegen Spielende auch möglichst viele Expeditionen durchgeführt haben. Um hier bereits im Spielverlauf nicht zu viel Ansehen liegen zu lassen, muss man die richtigen Maschinen mit Kristallen füttern, um damit überhaupt erst Expeditionen finanzieren und auch vollständig ausreizen zu können. Ein Rädchen greift hier sehr schön in das andere Rädchen.

Nach insgesamt fünf Durchgängen endet bereits die Partie. Jeder Spieler kann mit seinen drei Zeppelinen also maximal fünfzehn Orte aufsuchen, bevor bereits die Schlusswertung erfolgt. Hier werden noch letzte Punkte aus erledigten Aufträgen vergeben. Wer dann insgesamt das meiste Ansehen bei T.I.M.E. erlangen konnte, gewinnt das Spiel.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Kosmos
Spielautor: Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2015

Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 90 Minuten

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Spielzubehör von Steam Time

Steam Time Spielzubehör.
Steam Time Spielzubehör.

Bereits im Grundspiel enthalten sind die zwei kleinen Erweiterungsmodule „Saboteur“ und „Spezialisten“. Diese beinhalten nochmals 4 Saboteurmarker und 36 Spezialistenkarten (9 pro Spieler).

  • 1 Mr. T.I.M.E.-Marker
  • 1 Startspielermarker
  • 3 Spielplanteile
  • 4 Luftschiff-Tableaus
  • 4 Ansehensplättchen
  • 9 Monumenttafeln
  • 12 Luftschiffe aus Holz
  • 12 Reglerscheiben aus Holz
  • 12 Aufwandskarten
  • 24 Begegnungskarten
  • 30 Expeditionskarten
  • 32 Auftragskarten
  • 30 Upgrade-Plättchen
  • 36 Goldmünzen
  • 120 bunte Kristalle

Ausführliche Spielregeln zu Steam Time

Spielvorbereitungen

Der Spielplan wird aus drei Teilen zusammengesteckt und in die Tischmitte gelegt. Im oberen Bereich werden die Ansehensplättchen, die Mr. T.I.M.E.-Figur, die transparenten Kristalle und die Münzen platziert. Im unteren Bereich werden die verschiedenen Karten und Upgrades sortiert abgelegt.

Der obere Ablagebereich des Spielplans.

Die grünen Auftragskarten werden gemischt und als Nachziehstapel verdeckt auf das Auftragsfeld gelegt. Die blauen Begegnungskarten werden gemischt und als Nachziehstapel verdeckt auf das linke Begegnungsfeld gelegt. Das rechte Feld bleibt vorerst leer.

Die Upgrades und Expeditionskarten werden jeweils nach römischen Ziffern sortiert, getrennt gemischt und numerisch von I bis V absteigend gestapelt. Der Stapel Upgrade-Plättchen wird auf das Upgrade-Feld gelegt. Der Stapel Expeditionskarten wird auf das Expeditionsfeld gelegt. Die dazwischen liegenden Aufwandskarten werden ebenfalls nach Symbolen sortiert. Fünf Karten werden anschließend verdeckt gezogen, gestapelt und neben den Upgrades abgelegt. Die oberste Karte wird sofort aufgedeckt.

Der Aktionsbereich von Steam Time.
Der Aktionsbereich von Steam Time.

Die Monumenttafeln werden je nach Spielerzahl ausgewählt (siehe Markierung am oberen linken Rand!) und in beliebiger Reihenfolge in die Aussparungen des Spielplans gelegt. Links von jeder Monumenttafel mit einem grünen Pfeil wird ein Auftrag vom Nachziehstapel offen ausgelegt. Rechts von jeder Monumenttafel mit einem braunen Pfeil wird eine Expeditionskarte vom Nachziehstapel offen ausgelegt. Die runden Aussparungen auf den schwarzen Aktionsfeldern werden mit verdeckt gezogenen Kristallen aus dem Stoffbeutel aufgefüllt. Auf den Upgrade-Feldern wird jeweils ein Upgrade-Plättchen vom Nachziehstapel offen ausgelegt.

Das Startzubehör des gelben Startspielers.
Das Startzubehör des gelben Startspielers.

Jeder Spieler nimmt sich ein Spielertableau, acht Goldmünzen und passend zu seiner Farbe drei runde Marker und drei Zeppeline. Den ersten Marker legt er auf das Feld „1“ der Steam-Leiste, den zweiten Marker platziert er unterhalb der rosa umrandeten Maschine, dem Zeitportal. Den dritten Marker legt er auf das Startfeld der Ansehensleiste des Spielplans. Die drei Zeppeline stellt er unten rechts in seinen Hangar, die Goldmünzen kommen in den Tresor.

Die ersten Kristalle werden nun an die Spieler verteilt und sofort in die farblich passenden Maschinen des Zeppelins gelegt. Der Startspieler erhält jeweils einen Kristall in den Farben grün, blau, schwarz, rosa und grau. Der zweite Spieler erhält zusätzlich einen orangen Kristall, der dritte Spieler einen orangen Kristall und einen Steam-Punkt und der vierte Spieler bekommt einen orangen Kristall, einen Steam-Punkt und zwei Goldmünzen extra.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, das eigene Ansehen bei T.I.M.E zu erhöhen. Im Spiel wird das über die Marker auf dern Ansehensleiste abgebildet. Um Ansehen zu sammeln, müssen die Zeitphänomene in der Nähe der Monumente untersucht und dabei wertvolle Kristalle und Steam eingesammelt werden. Des Weiteren soll auch das Wissen über die Vergangenheit durch die Forschung vermehrt werden.

Gespielt wird Steam Time über insgesamt fünf Spielrunden. Zu Beginn einer Spielrunde erhalten alle Spieler ihr Einkommen (Ausnahme: nicht in der ersten Spielrunde!). Anschließend geht es in die Aktionsphase, in der die Spieler abwechselnd Aktionen ausführen können. Der Startspiele beginnt, die anderen Spieler folgen nacheinander im Uhrzeigersinn.

Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er in seinem Spielzug entweder die Startspielkarte für die Folgerunde aufnehmen oder mit einem seiner Zeppeline eine Aktion auf einer der Monumenttafeln vornehmen, also Zeitphänomene erforschen. Sobald alle Spieler ihren dritten Zeppelin eingesetzt haben, wird die nachfolgende Spielrunde vorbereitet. Nach fünf Durchgängen erfolgt die Schlusswertung.

Die Einkommensphase – neue Ressourcen für die Spieler

In der Einkommensphase erhält jeder Spieler genau die Ressourcen, die auf seinen bisher installierten Upgrades abgebildet sind. Sollte ein Spieler hier bereits Kristalle erhalten, muss er diese sofort in den farblichen passenden Maschinen seines Luftschiffes einsetzen.

Wichtig: Erst im zweiten von insgesamt fünf Durchgängen erhalten die Spieler ihr Einkommen. Bei Spielbeginn geht es dagegen direkt mit Phase 2 los.

Die Aktionsphase – durch Aktionen zu mehr Ansehen

In seinem Spielzug hat ein Spieler zwei Möglichkeiten. Er kann sich entweder die Startspielermarke für die Folgerunde sichern oder mit einem seiner drei Zeppeline zu einem Monument fliegen und dort eine der Aktionen ausführen.

Mit der Startspielermarke lassen sich auch Aktionen durchführen.
Mit der Startspielermarke lassen sich auch Aktionen durchführen.

Die Startspielermarke aufnehmen: Wählt ein Spieler diese Aktion, so legt er die Startspielermarke vor sich ab und kann anschließend bis zu zehn Steam-Punkte in zehn Ansehenspunkte umwandeln oder einen Steam-Punkt abgeben und sich dafür einen T.I.M.E.-Kristall nehmen. Den Kristall muss er sofort in einer seiner Maschinen einsetzen.

Die Startspielermarke kann pro Durchgang nur von einem Spieler aufgenommen werden. Hat ein Spieler sich das Plättchen bereits genommen, so kann ihm dieses im laufenden Durchgang niemand mehr streitig machen. Dieser Spieler darf trotzdem alle seine drei Zeppeline einsetzen. Er verliert also keine Aktion.

Wichtig! Nimmt sich kein Spieler die Startspielermarke, so darf der aktuelle Startspieler der laufenden Runde am Ende des Durchgangs eine der beiden genannten Aktionen durchführen. Er bleibt also Startspieler.

Die Zepelline in Steam Time.
Die Zepelline in Steam Time.

Luftschiffe auf den Monumenttafeln einsetzen: Pro Spielzug darf ein eigenes Luftschiff auf einer Monumenttafel eingesetzt werden. Dabei muss der Spieler seinen Zeppelin innerhalb des „Zeitstroms“ bewegen. Das bedeutet, er darf einen Zeppelin nur zu Monumenten bewegen, auf denen noch kein eigener Zeppelin steht und die sich mindestens eine Ebene über dem letzten besuchten Monument befinden. Innerhalb einer Monumenttafel dürfen auch nur freie Aktionen gewählt werden.

Die Monumente und der Zeitstrom.
Die Monumente und der Zeitstrom.

Durch das Platzieren eines Zeppelins auf dem Aktionsfeld einer Monumenttafel, darf der Spieler die entsprechende Aktion ausführen und erhält zusätzlich einen Bonus. Welche Aktion und welcher Bonus das ist, hängt von der Farbe der gewählten Aktion und der dazugehörigen Maschine auf dem Spielertableau ab. Mehr dazu bei der Erläuterung der einzelnen Aktionen.

Mögliche Aufträge in Steam Time.
Mögliche Aufträge in Steam Time.

Aktion: T.I.M.E. Auftrag annehmen: In jedem Durchgang kommen frische Aufträge von T.I.M.E. ins Spiel. Diese ermöglichen den Spielern, am Ende des Spiels bestimmte Ressourcen gegen Ansehen einzutauschen. Beispielsweise Upgrades, Kristalle, Steam und so weiter. Um einen Auftrag zu erhalten, muss der Spieler seinen Zeppelin auf das grüne Auftragsfeld der entsprechenden Monumenttafel stellen.

Bonus: Hat ein Spieler zum Zeitpunkt der Aktion auch Kristalle in der grünen Maschine seines Spielertableaus, erhält er für jeden Kristall einen Ansehenspunkt.

Begegnungen in Steam Time.

Aktion: Begegnungen mit Berühmtheiten: In dem verdeckten Stapel Begegnungskarten tummeln sich zahlreiche Berühmtheiten, die den Spielern Vorteile im Spielverlauf verschaffen können. Um eine Begegnung zu erhalten, muss der Spieler seinen Zeppelin auf das blaue Aktionsfeld der entsprechenden Monumenttafel stellen. Darauf ist eine bestimmte Anzahl an Karten abgebildet, die der Spieler vom Nachziehstapel zieht. Eine der Karten darf er anschließend nutzen. Sind auf der Karte zwei blaue Aktionen abgebildet, kann er die obere oder die untere Aktion nutzen. Sind auf der Karte eine blaue und eine lila Aktion abgebildet, darf der Spieler nur die blaue Aktion nutzen. Alle anderen Spieler dürfen die lila Aktion beanspruchen.

Bonus: Hat ein Spieler zum Zeitpunkt der Aktion auch Kristalle in der blauen Maschine seines Spielertableaus, erhält er für jeden Kristall einen Steampunkt.

Neue Kristalle für die Maschinen.

Aktion: Kristalle einkaufen: In den schwarzen Aktionsfeldern liegen unterschiedliche viele Kristalle, die nach jedem Durchgang gegen neue, verdeckt gezogene Kristalle ausgetauscht werden. Die Spieler können diese Kristalle gegen Bezahlung erwerben. Jeder Kristall kostet zwei Geld und muss anschließend sofort in der entsprechenden Maschine auf dem eigenen Spielertableau eingesetzt werden. Aktiviert ein Spieler mit seinem Zeppelin ein solches Feld, kann er hier beliebig viele Kristalle erwerben, so lange er diese auch bezahlen kann.

Bonus: Hat ein Spieler zum Zeitpunkt der Aktion einen oder sogar beide Kristalle in der schwarzen Maschine seines Spielertableaus, erhält er für jeden besetzten Platz in der Maschine einen T.I.M.E-Kristall, den er sofort wieder einsetzen muss.

Neue Upgrades für den Zeppelin.

Aktion: Upgrades erwerben: Mit einem Upgrade erhöhen die Spieler ihr Basiseinkommen. Upgrades verschaffen den Spielern so dauerhaft mehr Geld, Steam oder Kristalle. Auf jedem rosa Aktionsfeld liegt genau ein Upgrade, das nach jedem Durchgang gegen ein neues Upgrade ausgetauscht wird. Aktiviert ein Spieler mit seinem Zeppelin ein rosa Aktionsfeld, kann er das Upgrade kaufen und an seinem Zeppelin anbauen. Die Kosten eines Upgrades bestimmt die aktuell aufgedeckte Aufwandskarte. Bezahlt wird mit Kristallen aus den eigenen Maschinen.

Bonus: Hat ein Spieler zum Zeitpunkt der Aktion Kristalle in der rosa Maschine seines Spielertableaus, darf er seinen Marker im Zeitportal für jeden besetzten Platz in der Maschine um ein Feld weiterbewegen. Sollte er dabei das Startfeld im Zeitportal passieren, darf der Spieler die Mr. T.I.M.E.-Figur einsetzen – also eine beliebige Aktion, auch entgegen des Zeitstrom und auch wenn diese bereits von einem Zeppelin besetzt ist, auf einer Monumenttafel zusätzlich ausführen.

Frisches Geld für die Forschung.

Aktion: Geld von der Bank erhalten: Ohne Geld geht in Steam Time fast nichts. Um so wichtiger ist es, dass man hin und wieder auch die Bank aufsucht. Auf jedem grauen Aktionsfeld erhalten die Spieler den darauf abgebildeten Betrag aus der Bank. Auf manchen Feldern können die Spieler zusätzlich Steam erhalten oder ihren Marker im Zeitportal weiterbewegen. Aktiviert ein Spieler mit seinem Zeppelin ein graues Aktionsfeld, erhält er alle darauf abgebildeten Ressourcen.

Bonus: Hat ein Spieler zum Zeitpunkt der Aktion Kristalle in der grauen Maschine seines Spielertableaus, erhält er für jeden Kristall zusätzlich zwei Geld.

Expeditionen in Steam Time.

Aktion: Expeditionen durchführen: In jedem Durchgang kommen frische Expeditionen ins Spiel. Wie sinnvoll und ertragreich eine Expedition für einen Spieler ist, hängt von der Anzahl der orangenen Kristalle in seiner Maschine ab. Je mehr Kristalle sich dort befinden, um so größer wird die Belohnung für die Durchführung einer Expedition. Aktiviert ein Spieler mit seinem Zeppelin ein orangenes Aktionsfeld und zahlt er die Kosten der dort ausliegenden Expedition mit Kristallen aus seinen Maschinen (siehe auch Upgrade-Kosten mittel Aufwandskarte), darf er die Expedition durchführen.

Bonus: Hat ein Spieler zum Zeitpunkt der Aktion Kristalle in der orangenen Maschine seines Spielertableaus, erhält er für jeden Kristall die auf der Expeditionskarte abgebildete Belohnung.

Die Nachschubphase – Vorbereitungen für die Folgerunde

In der Nachschubphase wird das Spielfeld für den nächsten Durchgang vorbereitet. Alle Spieler erhalten ihre Zeppeline zurück uns stellen diese wieder in den eigenen Hangar. Alle Aufträge, Expeditionen, Kristalle und Upgrade-Plättchen, die jetzt noch auf oder neben den Monumenttafeln liegen, werden aus dem Spiel genommen. Die oberste Monumenttafel wird nach unten an den Anfang des Zeitstroms bewegt. Zuletzt werden die Bereiche auf und neben den Monumenttafeln wieder mit neuen Aufträgen, Expeditionen, Kristallen und Upgrades aufgefüllt.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie Steam Time endet nach fünf Durchgängen. Vor der Schlusswertung dürfen die Spieler noch gesammelte Auftragskarten erfüllen, also Geld, Steam, Upgrades, Expeditionen und Kristalle gegen Ansehenspunkt eintauschen. Wer zuletzte über das meiste Ansehen verfügt, der gewinnt auch das Spiel.

Fazit zum Brettspiel Steam Time

Mit Steam Time legt uns Rüdiger Dorn (Asante, Istanbul, Da Luigi) mal was ganz anderes vor und nimmt auch eher die Gruppe der Vielspieler ins Visier.

Unter uns: Steam Time hat uns nach dem ersten Überfliegen der Anleitung ein wenig abgeschreckt. Rückwirkend betrachtet – also für jemanden, der das Spiel und seine Abläufe verinnerlicht hat – ist die Spielanleitung nachvollziehbar strukturiert. Beim ersten Lesen haben uns manche Passagen aber eher verwirrt. Teilweise werden hier wichtige Erklärungen zu Abläufen mit Dialogboxen unterbrochen, in denen mal der Kommandant, mal ein Ingenieur Wortmeldungen von sich geben, die für das Spielverständnis nicht zwingend erforderlich sind. Des Weiteren enthält die Spielanleitung widersprüchliche Aussagen, beispielsweise beim Erwerb eines Upgrades. Hier heißt es bei den Erläuterungen der Upgrades, dass der Spieler das abgebildete Einkommen sofort erhält. Unter dem Punkt Einkommensphase steht dagegen, der Spieler erhält das Einkommen eines Upgrades erstmals ab der nächsten Spielrunde. Auch die Vergabe der Boni hat teilweise Fragen aufgeworfen bzw. uns zu eigenen Interpretationen gezwungen. Unser Einstieg in die erste Partie verlief deshalb gefühlt sehr holprig, ein gelegentliches Nachlesen war selbst in der zweiten und dritten Runde unvermeidbar. Und wo interpretiert werden kann, da wird auch gerne mal diskutiert. Die Mängel in der Spielanleitung haben wir bei der Bewertung im Bereich des Spielzubehörs zum Ausdruck gebracht. Eigentlich wären hier mehr drin gewesen, denn der Rest des Spielmaterials ist top: Große Spielkarten, stabile Plättchen und Tableaus, Holziguren – hier wurde Vieles richtig gemacht.

Hat sich der Aufwand des „sich in das Spiel reinarbeiten“ gelohnt? Definitiv! Nach einigen Partien und gemeinsam beschlossenen „Hausregeln“ (Einkommen gibt es bei Upgrades sofort, Boni gibt es bei jeder Aktion, usw.) haben wir Steam Time doch noch sehr lieb gewonnen, gerade weil es irgendwie anders ist. Steam Time ist zuerst einmal ein reines Workerplacement-Spiel. Aber die Story ist schräg und außergewöhnlich, das Spielzubehör sehr ansehnlich und hübsch illustriert. Hat man die verschiedenen Abläufe erst einmal verstanden, läuft das Spiel auch richtig flüssig – lange Wartezeiten stellen dann eher die Ausnahme dar. Schön ist auch, dass wirklich viele Wege zu den benötigten Ansehenspunkten führen. Den berühmten Königsweg konnten wir auch nach zahlreichen Partien noch nicht ausmachen, wobei man die Aufträge und Expeditionen nicht zu sehr vernachlässigen sollte. Die meisten Partien waren dann auch immer ein Kopf an Kopf Rennen. Die Interaktion hält sich zwar in Grenzen, was dem Spiel aber nicht schadet. Man ist ausreichend damit beschäftigt, seine eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Wer beim Namen Rüdiger Dorn bisher blind zugegriffen hat, der sollte zumindest bei Steam Time vorab einen tieferen Blick in das Spiel und seine Abläufe werfen. Steam Time ist prima und macht auch lange Zeit Spaß. Bei uns kommt es trotz regelmäßiger Neuerscheinungen immer wieder auf den Tisch. Wenig- und Gelegenheitsspieler sollten sich aber der Einstiegshürde bewusst sein. Diese wird am Anfang viel Spielzeit kosten. Wer die Möglichkeit hat, sich das Spiel von jemandem erklären zu lassen, der sollte die Chance nutzen. Wer sich von all dem nicht abhalten lässt, den erwartet ein ansonsten sehr unterhaltsames Workerplacement-Spiel.

– Herzlichen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
80 %
Spielzubehör
70 %
Langzeitspaß
70 %
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