In dem Abenteuerbrettspiel Heldentaufe dürfen die Spieler beweisen, dass sie bereit dazu sind, richtige Helden zu werden. Mit Aufträgen ausgestattet machen sie sich auf den Weg, um sich ihren festen Platz im Heldenrat zu verdienen. Beginnend auf einem Lagerplatzfeld müssen die Spieler zunächst ihre Umgebung erkunden und durch Aufdecken neuer Ortsfelder die Oberwelt erschaffen. Auf der Oberwelt befinden sich Wiesen, Wälder und Nahrungsgebiete, aber auch Orte, an denen die Helden Ruhen und ihre Ausrüstung verbessern können. Hin und wieder treffen sie aber auch auf geheimnisvolle Portale, über die sie in die Unterwelt gelangen, wo sie gegen mächtige Monster kämpfen und wertvolle Schätze finden können.

Die Monster in Heldentaufe.
Die vier Monster in Heldentaufe…
….und die fünf Helden.

Für ihre eigene Heldentaufe können die Spieler aus fünf unterschiedlichen Charakteren wählen. Jeder Charakter verfügt über besondere Stärken und Eigenschaften, beispielsweise hat Mathian deutlich mehr Lebensenergie als Luphius, der wiederum mehr Gegenstände in seinem großen Rucksack transportieren kann. Zudem starten alle Spieler mit drei unterschiedlichen Aufträge in die Partie, über die sie sich primär Monsterzähne aber auch wertvolle Ausrüstungsgegenstände verdienen können.

In der Oberwelt können die Spieler ihre Charaktere dann für ihre Mission ausrüsten. Die ersten Gegenstände lassen sich leicht in Waldgebieten finden. Dort gibt es Schwerter, Ringe und Schuhe der niedrigsten Stufe. Die Ausrüstung kann anschließend im Labor und in der Schmiede verbessert und beim Händler gegen andere Ausrüstungen getauscht werden. Mit einem guten Schwert ausgerüstet steigen die Chancen im Kampf gegen die Monster, mit magischen Ringen können dagegen Zaubertränke hergestellt werden und mit verbessertem Schuhwerk erhöht sich die Anzahl an Aktionen, die einem Spieler in seinem Spielzug zur Verfügung stehen. Weiter gibt es in der Oberwelt auch Nahrungsfelder, auf denen sich die Spieler mit Vorräten und Zutaten für ihre Tränke ausstatten können.

Gut ausgerüstet geht es dann über die Portale hinab in die Unterwelt. Dort lauern Fallen und besagte Monster auf die Spieler. Aber auch untereinander dürfen sich die Spieler in der Unterwelt bekämpfen – teilweise gehört das auch zu ihrem geheimen Auftrag.

Sobald der erste Spieler mit seinem Helden die Unterwelt betritt, kommt ein Monsteranzeiger ins Spiel, der die Monster der Unterwelt zu einem zusätzlichen Spieler werden lässt. Die Monster steuern dann jeweils die Spieler, die sich noch in der Oberwelt befinden. Die Monster können also nicht nur angegriffen werden sondern greifen auch selber an.

Ziel der Aktionen in der Unterwelt sind die kostbaren Schätze, die es dort zu finden gibt und natürlich die Monsterzähne, die in Heldentaufe als Siegpunkte gewertet werden. Wer als erster Spieler eine vorgegebene Anzahl an Monsterzähnen zurück zum Lagerplatz bringt, besteht seine Heldentaufe und gewinnt das Spiel.

Infos zum Spiel

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Erscheinungsjahr: 2016

Spielerzahl: 2 – 5 Spieler
Spielzeit: 90 Minuten

Überblick: Spielzubehör, Helden und Missionen

Hinweis: Bitte berücksichtige, dass es sich bei allen hier gezeigten Bildern nur um Zubehör eines Prototypen handelt. Das fertige Spiel kann sowohl optisch als auch im Umfang von den hier gezeigten Inhalten abweichen. Zudem können über die Kampagne auch Stretch-Goals erreicht werden, über die das Zubehör nochmals deutlich aufwertet werden kann.

Prototyp-Material von Heldentaufe.
Prototyp-Material von Heldentaufe.

Im Prototyp enthalten waren bereits: jeweils 5 Heldentafeln, Heldenaufsteller und Übersichtskarten, 1 separater Unterweltplan, 33 Herzen, 54 Ausrüstungen, 36 Nahrungen, 18 Tränke, 48 einzelne Monsterzähne, 12 große Monsterzähne mit zwei bis fünf Punkten, 23 Missionskarten, 42 Hexfelder für die Oberwelt, 1 Monstermeister und 3 Monsterfiguren, 2 Kampfwürfel, 1 Schatzwürfel, 5 Gefahrenplättchen, 1 Schatztruhe.

Aufsteller und Tableau des Helden.
Aufsteller und Tableau des Helden.

Die Helden und Heldentafeln der Spieler: Jeder Charakter in Heldentaufe verfügt über einen wunderschönen Aufsteller und eine Heldentafel. Auf der Tafel befindet sich die Lebensanzeige des Helden, dargestellt durch Herzen, ein Bereich für die Ausrüstung, die der Held am Körper trägt und ein Bereich für den Rucksack, der ein wenig Platz für Nahrung, Ausrüstungsgegenstände und einen Zaubertranke bietet.

Beispiele für Auftragskarten, Design noch nicht final.
Beispiele für Auftragskarten, Design noch nicht final.

Die Aufträge der Helden: Die Missionen der Helden werden über die Auftragskarten ins Spiel gebracht. Oben links wird die Belohnung für das Erfüllen des Auftrags angezeigt, unten dagegen die Bedingung, also der eigentliche Auftrag. Drei solcher Karten hat ein Spieler immer auf den Hand. Erfüllt er einen Auftrag, wird am Ende des Spielzuges sofort ein neuer nachgezogen.

Ein Auftrag in der Oberwelt kann darin bestehen, bestimmte Gegenstände zu einem Feld zu bringen (Transporteur), den Spielzug auf einem bestimmten Feld zu beenden (Mini-Abenteuer) oder einem Mitspieler einen seiner bereits errungenen Monsterzähne abzunehmen.

Aufträge in der Unterwelt bestehen darin, die dort aufgestellten Fallen zu entschärfen (Fallenentschärfer) oder ein bstimmtes Monster zu besiegen (Monsterjäger).

Spielablauf – So wird Heldentaufe gespielt

Ziel des Spiels ist es, sich als erster Spieler eine vorgegebene Anzahl an Monsterzähnen (=Siegpunkten) zu verdienen und damit zum Ausgangslager zurückzukehren.

Bei Spielbeginn starten alle Spieler mit einer vollständigen Lebensenergieleiste, aber ohne weiteres Equipment. Nahrung und Ausrüstungsgegenstände müssen erst noch in der Oberwelt gefunden und eingesammelt werden.

Innerhalb eines Spielzuges hat jeder Spieler vier Aktionspunkte zur Verfügung (Ausnahme: der Charakter Jupanila startet mit fünf Aktionspunkten), die er beliebig auf die folgenden drei Aktionen verteilen kann: Auftrag abwerfen und neuen Auftrag annehmen (1 AP), Oberwelt erkunden und die eigene Spielfigur um ein Feld weiterbewegen (1 AP) oder später in der Unterwelt Kämpfe austragen (pro Kampf 1 AP). Für das Durchschreiten eines Portals wird ebenfalls ein Aktionspunkt benötigt. Alle anderen Aktionen im Spiel, wie beispielsweise Äpfel pflücken oder Zaubertränke brauen, kosten keine Aktionspunkte und können beliebig oft hintereinander ausgeführt werden.

Unter der sicheren Sonne der Oberwelt

Die Oberwelt entsteht.
Die Oberwelt entsteht.

Jeder Held startet am Lagerplatz, dem einzigen Oberwelt-Plättchen, das bei Spielbeginn in der Tischmitte liegt. Von dort aus können sie die Umgebung in sechs Richtungen erkunden. Das Erkunden neuer Oberwelten-Plättchen wird zusammen mit der Aktion „Bewegen“ durchgeführt. Der Spieler benennt eine Richtung, deckt ein neues Plättchen von einem der verdeckten Nachziehstapel auf und legt es angrenzend zu seinem aktuellen Standort an. Zuletzt zieht er mit seiner Spielfigur auf das neue Plättchen. Das alles kostet ihn nur einen Aktionspunkt. (Natürlich darf der Held später auch zu bereits ausliegenden Oberwelt-Plättchen laufen. Das kostet ihn ebenfalls pro Plättchen einen Aktionspunkt.)

Je nach aufgedecktem Oberwelt-Plättchen kann der Spieler noch weitere, meistens kostenlose Aktionen ausführen. Auf dem Lagerplatz und den grünen Wiesen passiert nichts weiter. Hier kann der Spieler lediglich Ruhen.

Die drei Nahrungsfelder der Oberwelt.
Die drei Nahrungsfelder der Oberwelt.

Steht die Figur dagegen auf einem der drei Nahrungsfelder See, Apfelbaum oder Baumstumpf, kann er sich beliebig viele Nahrungsplättchen nehmen. Die Nahrung kann sofort verzehrt werden, was pro Nahrung ein Herz auf der Lebensenergieleiste bringt, oder aber in den Rucksack gepackt werden. Deckt der Spieler dagegen ein Waldplättchen auf, darf er dort einmal mit dem Schatzwürfel nach Ausrüstungen oder Monsterzähnen suchen und sich diese aus dem allgemeinen Vorrat nehmen. Anschließend endet allerdings sein Spielzug – unabhängig davon, ob der Spieler noch Aktionspunkte übrig hatte oder nicht. Auf jedem Waldplättchen darf auch nur einmalig gesucht werden. Gelangt ein anderer Held zu einem späteren Zeitpunkt auf ein bereits ausgelegtes Waldfeld, gibt es dort für ihn nichts mehr zu finden.

Die eigene Ausrüstung verbessern.
Die eigene Ausrüstung verbessern.

In der Schmiede und im Labor können die Spieler ihre bereits gefundene Ausrüstung aufwerten. In der Schmiede werden immer zwei Gegenstände zu einem besseren Gegenstand geformt, beispielsweise ein Schwert der Stufe 1 und eines der Stufe 2 zu einem neuen Schwert der Stufe 3. Im Labor kann man dagegen einen einzelnen Gegenstand einfach aufwerten, also aus einem 1er Schwert ein 2er Schwert machen. Hierzu muss man allerdings seinen Spielzug auf dem Laborfeld beenden oder eben Aktionspunkte verfallen lassen.

Doppelte Ausrüstungen tauschen.
Doppelte Ausrüstungen tauschen.

Der Händler ist natürlich immer an guten Ausrüstungen interessiert. Zwei gleichwertige Gegenstände können hier einfach getauscht werden, beispielsweise ein 2er Schwert gegen einen 2er Ring. Der neu gewonnene Gegenstand kann sofort eingesetzt werden. Allerdings darf pro Spielzug nur ein Tausch beim Händler vorgenommen werden.

Ist die Oberwelt – bestehend aus allen 42 Feldern – einmal fertig ausgelegt, können die Spieler sich frei auf ihr bewegen und so ihre Oberweltaufträge erledigen.

Zaubertränke brauen und nutzen: Besitzt ein Spieler einen Ring und die benötigtem Zutaten, kann er damit Zaubertränke brauen. Das kostet ihn keine Aktion und kann jederzeit im Spiel gemacht werden. Das Lebenselixier lädt die Lebensenergie des Helden wieder voll auf, der Stärketrank beschert dem Helden für die Dauer eines Aufenthalts in der Unterwelt einen zusätzlichen Kampfwert von +3 und mit dem Portationtrank kann man sich sofort auf ein beliebiges Feld bewegen.

Hinab in die Dunkelheit der Unterwelt

Fünf Portale führen hinab in die Unterwelt. Der Sprung über eines der Portale kostet den Spieler einen Aktionspunkt. Die Heldenfigur wird in diesem Fall von der Oberwelt auf das zum Portal zugehörige Zahlenfeld in der Unterwelt portiert.

Der Unterweltplan in Heldentaufe.
Der Unterweltplan in Heldentaufe.

Auf dem Unterweltplan befinden sich auf der linken Seite die Zugfelder, auf denen der Spieler sich bewegen kann. Hier lauern drei Monster den Helden auf, aber auch einige Fallen und ein Schatz. Auf der rechten Seite sind die Stärken und die aktuelle Verfassung aller Monster abgebildet.

Betritt der Held ein Feld mit einer Falle, muss er das Plättchen umdrehen. Darunter befinden sich drei Attrappen und zwei Fallen, die wirklich zuschlagen. In diesem Fall endet der Spielzug des Spielers und er verliert ein Herz auf seiner Lebensenergieleiste.

Betritt der Held das mittlere Feld mit dem Schatz, darf er den Schatzwürfel dreimal werfen uns sich alle drei Schätze nehmen. Das können Ausrüstungen oder Monsterzähne sein.

Hier warten Monster, Fallen aber auch Schätze.
Hier warten Monster, Fallen aber auch Schätze.

Steht der Held neben einem Monster, kann er dieses Bekämpfen. Beendet ein Held seinen Spielzug neben einem Monster, wird er von diesem vor seinem nächsten Spielzug angegriffen. In beiden Fällen werden hierzu zwei Kampfwürfel benutzt. Der Spieler wirft seinen Würfel, ein Mitspieler den des Monsters. Die Werte auf den Würfeln werden zu den jeweiligen Kampfwerten des Helden beziehungsweise des Monsters addiert. Bei Gleichstand gewinnt immer der Angreifer. Der Verlierer eines Kampfes verliert pro Niederlage ein Herz auf seiner Lebensenergieleiste.

Die Lebensenergie und Stärke von Ulumu.
Die Lebensenergie und Stärke von Ulumu.

Das Monster Ulumu verfügt in unserem Beispiel über vier Herzen und einem Kampfwert von +1. Würfelt er also eine vier, gilt das als fünf. Um Ulumu niederzustrecken muss er viermal besiegt werden. Der Held, dem das gelingt, erhält anschließend den obersten Zahn des Monsters. Nach jedem Sieg über das Monster kommt dieses im weiteren Spielverlauf gestärkt und mit höherem Kampfwert zurück. Allerdings werden auch die Zähne größer und bringen auch mehr Siegpunkte ein.

Wichtig! Sobald der erste Held die Unterwelt betritt, wird zwischen ihn und seinem linken Sitznachbar der Monsteranzeiger aufgestellt. Dieser markiert den Spielzug der Monster, die insgesamt vier Aktionspunkte pro Spielzug besitzen und sich damit bewegen und Helden angreifen können. Sobald alle Helden wieder in der Oberwelt sind, werden besiegte Monster, die noch über Zähne verfügen, wieder aufgestellt und mit neuer Lebensenergie versorgt.

Spielende und Gewinner von Heldentaufe

Je nach Spielerzahl müssen sich die Spieler eine bestimmte Anzahl an Monsterzähnen verdienen. Im Spiel zu viert sind das beispielsweise 14 Monsterzähne. Der Spieler, der mit der richtigen Anzahl an Zähnen zurück zum Lagerplatz kehrt, besteht seine Heldentaufe und gewinnt das Spiel.

Fazit zum Prototyp Heldentaufe

Mit Heldentaufe lag uns ein bereits sehr fortgeschrittener Prototyp vor, was man an den Bildern sehr gut erkennen kann. Die Illustrationen sind unglaublich liebevoll gemacht. Die Plättchen wirken sehr detailliert, zeigen beispielsweise kleine Bäume mit Äpfeln und Zweigen, und die Monster und Helden hat man sehr schnell lieb gewonnen. Insgesamt ist das Spiel eine Augenweide. Einzig die Missionskarten könnten noch etwas mehr „Farbe“ vertragen, aber das ist bereits über eines der Stretch-Goals der Kampagne berücksichtigt. Hier kann man nur hoffen, dass der Zeichner die Chance bekommt, das Spiel in seiner Gänze mit weiteren Zeichnungen zu vollenden.

Der Einstieg in die erste Partie ist über die bisherige Version der Spielregel recht gut gelungen. Allein der Aufbau ist großzügig auf zwei Seiten bebildert und gut beschrieben. Die jeweils ersten Aktionen auf der Oberwelt und Unterwelt sind inhaltlich so getrennt, dass man nach dem Lesen der Oberwelt-Regeln bereits losspielen könnte. Es empfiehlt sich aber, dass zumindest ein Spieler in der Runde alle Regeln kennt und notfalls weiß, wo man was schnell nachlesen kann.

In unseren bisherigen Partien (zu viert, Viel- und Gelegenheitsspieler) haben wir sehr unterschiedliche Eindrücke gewonnen. Zuerst einmal möchten wir deshalb sagen, was Heldentaufe nicht ist, nämlich ein hochkomplexes, in allen Punkten logisch nachvollziehbares Dungeon-Crawler-Spiel mit ausgeklügelten Aufträgen und Würfelmechanismen. Das bedeutet nicht, dass Vielspieler deshalb nicht mal eine Partie wagen sollten, das Gegenteil ist sogar der Fall. Dann aber bitte mit einer gewissen Toleranz. Denn Heldentaufe ist ein famoses Abenteuerspiel für Familien und Gelegenheitsspieler. Und genau für diese Zielgruppe haben die Autoren und natürlich auch der begnadete Zeichner ein wirklich tolles, unterhaltsames, wunderschönes Spiel konzipiert.

Durch die zahlreichen Glückselemente (verdeckte Plättchen, Schatzwürfel und Kampfwürfel) lässt sich das Vorankommen des eigenen Helden nicht allein durch taktische Aktionen planen. Wer viermal neue Plättchen erkundet und nur auf Wiesenfelder stößt, der kann eben nichts machen. Wer oft auf Wald trifft, beim Würfeln aber immer „nur“ Monsterzähne bekommt, der wird gegen Ende des Spiels ohne entsprechende Ausrüstungen schwer gegen stärker gewordene Unterweltmonster bestehen können. Zum Glück kann man sich durch Auftragskarten aber auch in der Oberwelt Monsterzähne verdienen. Das mag nicht logisch erscheinen (warum erhält man Monsterzähne, wenn man Nahrung zu einem bestimmten Feld transportiert?), macht aus Heldentaufe aber genau das, was es nun einmal ist: ein richtig schönes und schön anzusehendes Familienspiel.