Hat uns Adam Kaluza in K2 noch auf einen der höchsten Berge geführt, so schickt er uns in „The Cave“ nun als Höhlenforscher hinab in die Dunkelheit. In den engen Passagen des Berges gilt es, die Geheimnisse der Höhle aufzudecken und das unbekannte Dunkel immer weiter zu erforschen.

Alle Spieler starten im Basislager. Hier werden zu Beginn Ausrüstung und Nahrung für die geplante Expedition ausgesucht und im Rucksack untergebracht. Später können die Spieler auch jederzeit zum Basislager zurückkehren und sich mit neuen/anderen Ausrüstungsgegenständen versorgen.

Ziel ist es, mit der passenden Ausrüstung die Höhle vollständig zu erforschen. Hierzu werden nach und nach weitere Höhlenplättchen aufgedeckt und an bestehende Wege angelegt. Jedes Höhlenplättchen stellt die Spieler vor eine neue Herausforderung und bietet die Möglichkeiten Siegpunkte zu sammeln. Punkte gibt es für das Erforschen von neuen Höhlenbereichen, in denen Engpässe und Tiefen überwunden werden müssen, aufregende Entdeckungen fotografiert werden können und bei denen Schlachboot und Taucherausrüdtung zum Einsatz kommen.

Am Ende gewinnt der Spieler, der es rechtzeitig zurück ins Basislager schafft und die meisten bzw. wertvollsten Forschungsergebnisse vorzuweisen hat.

Zubehör von „The Cave“

Das Zubehör ist besonders was Marker angeht umfangreich ausgefallen. Bedauerlicherweise befinden sich in der Spielschachtel keinerlei Einschübe und Trenner, so dass die zahlreichen Spielemarker frei in der Schachtel herumfliegen.

  • 2 doppelseitige Basislager (für 2, 3, 4 und 5 Spieler)
  • 80 Höhlenplättchen
  • 16 Felseinbruch-Plättchen
  • 120 Ausrüstungsmarker (50 Nahrungseinheiten, 40 Seile, 20 Sauerstoffflaschen, 5 Kameras, 5 Schlauchboote)
  • 12 Bonusplättchen
  • 5 Spieler-Boards
  • 5 Höhlenforscher
  • 5 Zelte zum Lagerbau
  • 40 Tiefenmarker
  • 162 Forschungsmarker
  • und einer Spielanleitung

Ausführliche Spielregeln zu „The Cave“

Spielvorbereitungen

  • Das große Basislager-Plättchen wird in die Mitte des Tisches gelegt (je nach Spielerzahl wird in The Cave immer ein anderes Basislager genommen). Hier starten die Spieler ihre Expeditionen.
  • Jeder Spieler entscheidet sich für eine Farbe und nimmt sich hierzu passend ein Spielertableau, einen Höhlenforscher und ein Lager.
  • Jeder Spieler stellt seinen Höhlenforscher in die Mitte des ausliegenden Basislagers.
  • Die Höhlenplättchen werden zunächst nach ihrer Zugehörigkeit ( Typ I, II, III und IV) getrennt und gestapelt. Jeder Stapel wird einzeln gut gemischt und anschließend an den Rand des Tisches gelegt. Je nach Spielerzahl werden noch einzelne Plättchen ungesehen aus dem Spiel entfernt.
  • Die Felseinbruch-Plättchen werden neben die Höhlenplättchen gelegt.
  • Die Forschungsmarker, Bonusplättchen und Tiefenmarker werden als allgemeiner Vorrat an den Rand des Tisches gelegt. Idealerweise werden die verschiedenen Marker ebenfalls nach Zugehörigkeit getrennt.
  • Die Ausrüstungsmarker werden nach Art sortiert und als allgemeiner Vorrat bereit gelegt.
  • Jeder Spieler nimmt sich 8 beliebige Ausrüstungsgegenstände und legt diese in den Rucksack auf seinem Spielertableau.
  • Ein Startspieler wird ermittelt.

Spielablauf – Aufbruch in die Dunkelheit

Mit dem Startspieler beginnend können die Spieler im Uhrzeigersinn nacheinander ihre Spielzüge durchführen. Ist ein Spieler an der Reihe, stehen ihm 5 Aktionspunkte pro Spielzug zur Verfügung. Diese kann er beliebig einsetzen, um

  • sich im Basislager neu auszurüsten (2 AP)
  • neue Höhlenbereiche zu entdeckten (1 AP)
  • seinen Höhlenforscher zu bewegen (1 AP pro Feld)
  • Seile an Abgründen zu platzieren (1 AP pro Seil)
  • Engpässe zu überqueren (2 – 4 AP)
  • Unterwasserbereiche zu erkunden (2 AP)
  • Entdeckungen zu fotografieren (1 AP)

Wichtig! Zu Beginn seines Spielzuges muss der Spieler seinen Höhlenforscher ernähren und eine Nahrungseinheit aus dem eigenen in den allgemeinen Vorrat abgeben. Ausnahme: Befindet sich der Spieler im Basislager, müssen keine Nahrungsmittel abgegeben werden. Sollte zu Beginn eines Spielzuges der Fall eintreten, dass in der Ausrüstung des Höhlenforschers keine Nahrung mehr vorhanden ist, dann muss der Höhlenforscher sofort zur Basis zurückkehren. Hierfür muss er alle 5 Aktionspunkte seines Spielzuges verwenden um sich um ein Höhlen-Plättchen weiter in Richtung Basislager zu bewegen.

Expeditionen vorbereiten

Zu Spielbeginn können die Spieler acht Ausrüstungseinheiten in ihrem Rucksuck unterbringen. Diese werden jedoch nach wenigen Spielzügen aufgebraucht sein.

Um die Höhle weiter erkunden zu können, können die Spieler immer wieder zur Basis zurückkehren und sich mit den folgenden Einheiten neu Ausrüsten.

  • Nahrung: pro Spielrunde wird eine Nahrungseinheit zur Verpflegung des Höhlenforscher benötigt.
  • Seil: Wird zum Überwinden von Abgründen benötigt. Ein Seil pro 25 Meter.
  • Taucherflaschen: Hiermit können unter Wasser liegende Bereiche erkundet werden.
  • Schlauchboot: Zum Überqueren von Wasser.
  • Kamera: Hiermit können die eigenen Entdeckungen fotofrafiert werden.

Da die Höhle im Laufe des Spiels immer größer wird und somit auch die Laufwege größer werden, kann man in allen Höhlenbereichen auch ein eigenes Lager aufschlagen und dort Ausrüstungsgegenstände ablegen. So gewinnt man etwas Platz im Rucksack und muss nicht ständig zur Basis zurückkehren. Allerding kostet auch das Auf- und Abbauen des eigenen Lagers jeweils einen Aktionspunkt.

Neue Höhlenbereiche erschließen

Befindet sich die Spielfigur auf einem Plättchen, vom dem aus noch Wege abgehen, an denen keine Höhlen-Plättchen anliegen, so darf der Spieler ein neues Plättchen vom verdeckten Nachziehstapel aufdecken und an einer passenden Stelle anlegen. Dabei muss immer das oberste Plättchen vom Stapel mit der kleinsten Nummer genommen werden.

Auf (fast) jedem Plättchen befindet sich ein Symbol, zu dem es auch einen passenden Marker gibt. Dieser wird dann auf das entsprechende Plättchen gelegt und markiert so, dass dieser Bereich noch nicht vollständig erforscht ist.

Sollte das neu aufgedeckte Höhlen-Plättchen nicht an das Wegende passen, wird es aus dem Spiel genommen und stattdessen ein Felseinbruch-Plättchen vom Stapel genommen und angelegt. In diesem Fall endet der Weg in einer Sachgasse. Der Felseneinbruch darf wie jedes andere Plättchen betreten werden, allerdings lassen sich von hier aus keine weiteren Höhlenbereiche mehr erschließen.

Tiefen ermitteln und Abgründe erforschen

Beim Aufdecken neuer Höhlen-Plättchen können auch Bereiche entdeckt werden, auf denen ein Seil abgebildet ist. Diese stellen einen Abgrund dar und liegen immer 25 Meter tiefer als das Plättchen, von dem aus der Abgrund entdeckt wurde.

Jedes direkt an einen Abgrund angrenzende Plättchen befindet sich auf derselben Tiefe. Sollte der Fall eintreten, dass anschließend erneut ein Plättchen mit Seil aufgedeckt wird, erhöht sich hierfür die Tiefe um weitere 25 Meter. So geht es immer weiter.

Um diese Bereiche der Höhle zu erforschen und/oder zu überwinden werden Seile benötigt.

Das Auslegen eines Seils kostet einen Aktionspunkt. Zudem muss der Höhlenforscher diese in seiner Ausrüstung erst vom Basislager zum Abgrund bringen. Pro Seil kann er dann eine Tiefe von 25 Metern überwinden. Möchte er also einen Höhlenbereich in 75 Meter Tiefe erkunden, so benötigt er drei Seile (= 3 AP) und kann erst dann hinabsteigen (1 AP).

Für jedes ausgelegte Seil erhält der Spieler einen Marker. Diese bringen am Ende des Spiels jeweils 2 Siegpunkte. Alle einmal ausgelegten Seile bleiben für den Rest des Spiels liegen und können von allen Spielern genutzt werden.

Entdeckungen fotografieren

In einigen Höhlenbereichen gibt es spannende Dinge zu entdecken. Hierfür sollte man immer eine Kamera im Gepäck haben.

Auf einigen Höhlen-Plättchen befindet sich ein Kamerasymbol. Diese Höhlenbereiche solltet ihr euch genauer anschauen, denn hier gibt es immer etwas zu entdecken.

Wird ein solches Plättchen aufgedeckt und an einen Weg angelegt, wird zunächst ein Kamera-Marker darauf abgelegt. Der erste Spieler, der das Plättchen betritt und seine Kamera im Gepäck dabei hat, kann seine Entdeckung für einen Aktionspunkt fotografieren. Anschließend erhält er den Kamera-Marker.

Jeder Kamera-Marker bringt am Ende des Spiels 2 Siegpunkte.

Engpässe überwinden

Auf insgesamt drei unterschiedlich schwere Engpässe können die Spieler bei ihren Expeditionen durch die Höhle stoßen. Markiert werden diese durch Zahlen-Symbole auf den jeweiligen Höhlen-Plättchen.

Wird ein solches Plättchen aufgedeckt und an einen Weg angelegt, wird zunächst der zugehörige Marker darauf abgelegt. Der erste Spieler, der den Engpass überquert,  erhält den Marker. Dieser bringt am Ende des Spiels wieder Siegpunkte.

 

Um einen Enpass zu überwinden, müssen die Spieler einen Aktionpunkt zum Betreten des Höhlenbereichs investieren und anschließend so viele weitere Aktionspunkte wie das Zahlen-Symbol vorgibt. Der leichteste Engpass lässt sich also mit 2 Aktionspunkten überquert werde, für den schwersten Engpass muss man dagegen schon 4 Aktionspunkte opfern.

Unterwasserbereiche erforschen

Manche Bereiche der Höhle liegen unter Wasser und können überquert und erkundet werden.

Wird ein solches Plättchen aufgedeckt und an einen Weg angelegt, wird zunächst ein Wasser-Marker darauf abgelegt. Wer diesen Höhlenbereich überwinden möchte hat zwei Möglichkeiten.

Er kann entweder mit seinem Schlauchboot für einen Aktionspunkt über das Wasser fahren oder für zwei Aktionspunkte seine Tauscherflasche nutzen. Der erste Spieler, der mit seiner Taucherflasche hinabtaucht und die Unterwasserwelt erkundet, erhält den Wasser-Marker.

Jeder Wasser-Marker bringt am Ende des Spiels 3 Siegpunkte.

 

Spielende und Endwertung

Das Spielende von The Cave wird eingeleitet, sobald das letzte Höhlenplättchen aufgedeckt wurde. Anschließend führen alle Spieler bis zum Startspieler noch ihre Aktionen furch, so dass jeder gleich viele Spielzüge durchführen konnte.

Nun haben alle Spieler genau drei weitere Spielrunden Zeit, um zum Basislager zurück zu kehren. Wer das nicht schafft, der verliert.

Alle übrigen Spieler zählen nun ihre Siegpunkte aus den gewonnen Bonuspunkte und Spielmarkern zusammen.

  • 2 Punkte für jeden Marker mit den Symbolen: Kamera, Engpass Stufe I und Seil.
  • 3 Punkte für jeden Marker mit den Symbolen: Wasser, Engpass Stufe II und Tiefenmarker 25 Meter.
  • 4 Punkte für jeden Marker mit den Symbolen: Engpass Stufe III und Tiefenmarker 50 Meter.
  • 5 Punkte für jeden Marker mit den Symbolen: Tiefenmarker 75 Meter oder Tiefer.
  • Bonuspunkte

Fazit zum Höhlenforscherspiel „The Cave“

Das Spielzubehör von The Cave ist sehr umfangreich ausgefallen. Auf den Höhlen-Plättchen und dem Basislager dominieren Grau- und schwartöne und sorgen für eine angenehm düstere Atmosphäre. Die  zahlreichen Marker sind aus stabilem Karton, die Figuren aus Holz.

Leider fehlen in der Spielschachtel jegliche Einschübe und zumindest in unserer Testversion (direkt von rebel.pl) wurden auch keine Tüten beigelegt. Es fliegen also hunderte von Markern durch die Schachtel. Das ist weniger schön und führt beim Spielzubehör zu unnötigen Punktabzügen. Wen das nicht stört, der kann sich hier noch einmal 10% hinzurechnen.

So, nun aber zum eigentlichen Spiel. Da der Vorgänger K2 bei uns ein Dauerbrenner ist, waren unsere Erwartungen an The Cave sehr hoch. Die konnten nur zum Teil erfüllt werden. Viel Spaß bereitet das Aufdecken neuer Höhlen-Plättchen und das Erkunden neuer Bereiche. Es ist spannened dabei zuzusehen, wie die Höhle mit jedem Spielzug wächst, sich Engpässe und Abgründe auftun und der eine oder andere Felseinbruch den Weg versperrt und die Spieler zum Rückzug zwingt. Auch das Ausloten der Tiefen und das Hinabsteigen hat seinen Reiz. Da kommt insgesamt viel Stimmung auf.

Etwas störend fanden wir dann aber doch die zahlreichen Marker. Quasi auf jedes Plättchen müssen Marker platziert und eingesammelt werden. Auch die Punkteverteilung viel bei der Endwertung unverhältnismäßig aus. Beispielsweise gibt es drei Siegpunkte für jeden erforschten Unterwasserbereich, aber nur zwei Punkte für das Auslegen von Seilen. Da aber auch alle anderen Spieler von einmal ausgelegten Seilen stark profitieren, sollte es hierfür mehr Punkte geben. Zumal es auch Bonuspunkte für erreichte Tiefenwerte gibt (siehe oben unter Spielende). Während also ein Spieler Seile anschleppt um auf eine Tiefe von 75 oder mehr Metern zu kommen, müssen die anderen Spieler nach getaner Arbeit nur noch runterlaufen und bekommen dieselben Bonuspunkte.

Abgesehen davon ist The Cave ein sehr atmosphärisches Brettspiel, das man Gelegenheits- und Vielspielern durchaus empfehlen kann. Uns hat The Cave viel Spaß gemacht und wird mit Sicherheit wieder auf dem Tisch landen.

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
92 %
Spielzubehör
80 %
Langzeitspaß
85 %
DIESEN SPIELBERICHT TEILEN
Vorheriger ArtikelMimikri – Die Suche nach dem Paradiesfalter
Nächster ArtikelWas passt wohin