Im Kinderspiel Grizzly schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines Bären und begibt sich am Wasserfall auf die Jagd nach köstlichen Lachsen. Natürlich möchte jeder Spieler hierbei die meisten Lachse fangen. Und so beginnt unter ihnen ein munterer Wettstreit um die größte Beute.

Die Lachse springen dabei den Wasserfall hinauf und nähern sich teilweise auch dem Bärenfelsen. So lassen sich auch in sicherer Entfernung vom Wasserfall ein paar Lachse fangen. Aber die größte Beute gibt es direkt an der Kante des Wasserfalls. Hier heißt es für die Bären aber schnell sein, bevor sie mitsamt ihrer Beute den Wasserfall hinunterfallen. Wer hier viel riskiert, kann wie so oft auch viel gewinnen oder eben alles verlieren.

Gespielt wird Grizzly über mehrere Runden. Jede Runde startet mit dem Wurf aller Würfel, mit denen zunächst Ereignisse am Wasserfall ermittelt werden. Jeder Würfel passt farblich zu genau einer Wasserreihe auf dem Spielfeld und löst auch hier das Ereignis aus. Das bedeutet, es werden je nach gewürfeltem Symbol entweder neue Wasserplättchen in die Reihe geschoben, wobei am Ende der Reihe liegende Plättchen den Wasserfall hinabstürzen (und mit ihnen auch die Lachse oder Bären, die gerade auf dem Wasserplättchen stehen). Oder es springen neue Lachse den Wasserfall hinauf. In machen Fällen passiert auch beides nacheinander.

Nach den Ereignisse am Wasserfall dürfen sich die Bären auf die Jagd begeben. Beginnend mit dem Startspieler darf jeder Spieler reihum seinen Bären waagerecht und senkrecht beliebig weit ziehen. Felswände und andere Bären dürfen dabei nicht übersprungen werden. Und landet ein Bär auf einem Feld mit einem oder mehreren Lachs-Plättchen, muss er seine Bewegung sofort beenden. Auch über die Kante des Wasserfalls darf der Bär nicht bewegt werden.

In seinem nächsten Spielzug darf der Bär dann mit seiner Lachsbeute weiterziehen. Riskiert er dabei zu viel, wird er durch ein Wasserfall-Ereignis vielleicht über die Kante geschoben und stürzt ab. In diesem Fall verliert er seine Beute und wird wieder zurück auf den Startfelsen gestellt. Schafft es ein Bär aber mit den gefangenen Lachsen zurück zum Startfelsen, darf er die Lachse behalten und in der nächsten Runde erneut auf die Jagd gehen.

Die Partie Grizzly kann schließlich auf zwei Weisen enden. Entweder gehen den Spielern die Wasserplättchen oder die Lachse aus. In beiden Fällen zählen nun alle Spieler ihre gesammelten Lachsplättchen. Jeder Lachs zählt dabei einen Punkt. Wer insgesamt die meisten Punkte hat, gewinnt auch das Spiel.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Amigo
Spielautor: Anna Oppolzer, Stefan Kloß
Erscheinungsjahr: 2019

Altersempfehlung: ab 6 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten

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Spielzubehör zu Grizzly

Spielzubehör zum Kinderspiel Grizzly
Spielzubehör zum Kinderspiel Grizzly
  • 4 Bärenplättchen mit Standfuss
  • 4 Bärenmarker
  • 70 Wasserplättchen
  • 53 Lachsplättchen
  • 1 Felsenplättchen
  • 1 Startspielermarker
  • 1 Spielplan (wird mit der Rückseite der Spielbox zu einem großen Plan verbaut)
  • 5 bunte Würfel aus Holz

Ausführliche Spielregeln zu Grizzly

Spielvorbereitungen

Der aufgebaute Spielplan für 4 Spieler
Der aufgebaute Spielplan für 4 Spieler

Das Spielfeld wird aus zwei Teilen zusammengebaut: Der untere Teil der Spielbox wird umgedreht und in die Tischmitte gelegt. Der eigentliche Spielplan wird dann so darauf abgelegt, dass ein Gefälle entsteht.

In jeden der fünf separaten Flussläufe werden sechs Wasserplättchen geschoben. Zwei davon verschwinden unter dem Felsen, auf den die Bärenfiguren gestellt werden.

Alle Lachsplättchen werden als Schwarm auf den unteren Teil des Spielplans gelegt – also hinter den Wasserfall. Je zwei Lachse werden zum Start in die Flussbahnen gelegt – und zwar je einer davon auf die hintersten beiden Wasserplättchen.

Das weitere Zubehör für das Spiel zu viert.
Das weitere Zubehör für das Spiel zu viert.

Alle übrigen Wasserplättchen werden gestapelt und neben dem Spielfeld bereitgelegt. Aus zehn Wasserplättchen wird dann noch ein separater Stapel gemacht – hier wird das Felsenplättchen oben drauf gelegt.

Jeder Spieler entscheidet sich für einen Bären und nimmt sich den entsprechenden Bärenmarker.

Der Startspieler wird ermittelt. Dieser erhält alle die Würfel und nimmt sich das Startspieler-Plättchen.

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, über mehrere Spielrunden verteilt die meisten Lachse am Wasserfall zu fangen. Jedes Lachsplättchen hat dabei denselben Wert, auch wenn die darauf abgebildeten Lachse unterschiedliche Größen haben.

Das Spiel beginnt der Startspieler. Dieser wechselt nach jeder Runde im Uhrzeigersinn, so dass alle Spieler abwechselnd starten dürfen. Zu Beginn jeder Runde würfelt der Startspieler mit allen Würfeln genau einmal (1). Dann werden – je nach Würfelergebnis – erst die Flussläufe weitergeschoben (2), bevor die Lachse den Wasserfall hinaufspringen (3). Zuletzt bewegen die Spieler nacheinander ihre Bären um Lachse zu fangen (4).

Würfeln und Wasserfall-Ereignisse bestimmen

Die fünf Würfel aus Grizzly
Die fünf Würfel aus Grizzly

Der Startspieler würfelt mit allen fünf Würfeln einmal. Das Ergebnis zeigt die Wasserfall-Ereignisse der aktuellen Runde.

Die Seiten der Würfel sind identisch. Eine Seite zeigt entweder 1, 2 oder 3 Lachse oder ein einzelnes Flussplättchen (=Wellenlinien) oder zwei Flussplättchen und einen Lachs.

Jeder Würfel wird über seine Farbe genau einem Flusslauf auf dem Spielfeld zugeordnet. Das auf dem Würfel angezeigte Ereignis wird dann auch nur in dieser Flussbahn ausgeführt. Am Besten legt man die Würfel auf die zugehörige Bahn. Das erleichtert auch den Kindern zu Zuordnung.

Jeder Würfel passt farblich genau zu einer Flussbahn.
Jeder Würfel passt farblich genau zu einer Flussbahn.

Das Wasser fließt weiter in Richtung Wasserfall

Es ist wichtig, dass die Würfelereignisse in der richtigen Reihenfolge abgehandelt werden. Zuerst werden alle Wasserplättchen-Symbole abgehandelt.

Dabei wird pro Wellensymbol auf dem Würfel eines der unbenutzten Wasserplättchen genommen und von vorne (unterhalb der Felsen) eingeschoben. Dabei fällt das Wasserplättchen am Ende dieser Flussreihe den Wasserfall hinunter – inklusive der Lachse oder dem Bären, der sich eventuell gerade darauf befindet.

Das neue Wasserplättchen wird vorne reingeschoben.
Das neue Wasserplättchen wird vorne reingeschoben.
Das letzte Wasserplättchen fällt den Wasserfall hinunter.
Das letzte Wasserplättchen fällt den Wasserfall hinunter.

Die Lachse springen den Wasserfall hinauf

Nach dem Weiterschieben des Flusslaufs werden die Lachse platziert. Und die schwimmen bekanntlich gegen die Strömung und damit also den Wasserfall hinauf.

Die Lachse schwimmen den Wasserfall hinauf.
Die Lachse schwimmen den Wasserfall hinauf.

Für jeden abgebildeten Lachs auf einem Würfel wird auch ein Lachsplättchen in die entsprechende Flussreihe gelegt – hier im Beispiel wären das also drei Lachsplättchen.

Die Plättchen werden von der Kante des Wasserfalls aus in Richtung Felsen abgelegt – und zwar pro Wasserfeld immer nur ein Lachsplättchen. Sollte sich auf einem Feld bereits ein Lachs befinden, wird der neue Lachs darauf gelegt. Es bilden sich also mit der Zeit Lachsschwärme auf den Wasserplättchen.

Die Bären begeben sich auf Lachsfang

Erst wenn die Flüsse weitergezogen und die Lachse gesprungen sind, werden die Bären bewegt.

Der Grizzly muss beim Lachs anhalten.
Der Grizzly muss beim Lachs anhalten.

Beginnend beim Startspieler zieht jeder Spieler reihum seinen Grizzly weiter. Stehenbleiben ist nicht erlaubt.

Der Grizzly darf dabei beliebig viele Wasserfelder in waagerechter und senkrechter Richtung bewegt werden. Dabei darf er nicht über Felsen zwischen den Flussreihen oder über Felder mit anderen Bären ziehen.

Erreicht ein Grizzly ein Feld mit einem Lachs, muss er seinen Zug beenden. Er stellt seinen Grizzly nun auf das beziehungsweise die Lachsplättchen. Er hat die Lachse somit gefangen. Jetzt muss er sie nur noch zurück zum großen Felsen transportieren – quasi seine Beute nach Hause bringen.

Lachse sichern oder am Wasserfall abstürzen

Hat ein Grizzly erstmal einen oder sogar mehrere Lachse gefangen, sollte er schnellstmöglich zurück zu seinem Felsen oder zumindest in sichere Entfernung zum Wasserfall ziehen. Denn mit der nächsten Runde werden wieder alle Würfel geworfen. Und festgelegt, in welcher Flussreihe Wasserplättchen eingeschoben werden und wo neue Lachse den Wasserfall hinaufspringen.

Der Grizzly hat zu viel riskiert und fällt den Wasserfall hinunter.
Der Grizzly hat zu viel riskiert und fällt den Wasserfall hinunter.

Steht ein Grizzly dabei zu nah an der Kante, stürzt er mit seinem gesamten Fang den Wasserfall hinunter.

Die herabfallenden Lachse gelangen so wieder zu ihrem Schwarm am unteren Ende des Flusses.

Der Grizzly wird dagegen ohne seine Beute wieder zurück auf seinen Startfelsen gestellt.

Der Grizzly hat es zurück geschafft und zwei Lachse gefangen.
Der Grizzly hat es zurück geschafft und zwei Lachse gefangen.

Schafft es ein Grizzly dagegen zurück zu seinem Startfelsen zu ziehen, bewegt er mit jedem Schritt auch immer alle Lachse unter seiner Figur mit. Erreicht er auf dem Rückweg weitere Lachsplättchen, so endet sein Zug wieder automatisch, aber er sammelt auch diese Lachse ein. Sein Stapel wird also immer größer.

Am Startfelsen angekommen, gehören ihm alle gesammelten Lachsplättchen. Der Spieler legt diese offen sichtbar vor sich ab und stellt seinen Bären wieder auf den Startfelsen, um in der nächsten Runde weitere Lachse zu fangen.

Spielende und Gewinner des Spiels

Eine Partie Grizzly kann auf zwei Wegen enden. Entweder gehen den Spielern die Wasserplättchen aus, so dass sie den Stapel mit dem Felsenplättchen anbrechen müssen. Oder sie können nach einem Würfelwurf nicht mehr alle erforderlichen Wasserplättchen mit Lachsen befüllen. In beiden Fällen wird das Spielende eingeleitet.

Der Spieler mit den meisten Lachsplättchen gewinnt.
Der Spieler mit den meisten Lachsplättchen gewinnt.

Jeder Spieler zählt nun alle gesammelten Lachse. Sollte ein Spieler noch Lachse unter seinem Bären gesammelt haben, die er noch nicht zurück zum Startfelsen bringen konnte, so zählt die Hälfte dieser Lachsplättchen in sein Endergebnis mit rein. Der Spieler mit den insgesamt meisten Lachsplättchen gewinnt dann auch die Partie.

Fazit zum Kinderspiel Grizzly

Das Prinzip „Plättchen irgendwo reinschieben und dann passieren aufregende Dinge“ kennt man bereits aus anderen beliebten Kinderspielen. Und das funktioniert immer gut und macht auch immer Spaß. So beispielsweise auch in „Da ist der Wurm drin„oder „Go Gecko Go„. Während das Wurm-Spiel dabei eher die ganz kleinen Spieler anspricht und das Gecko-Spiel schon deutlich anspruchsvoller daherkommt, reiht sich Grizzly vom Anspruch her erstaunlich gut zwischen den beiden Spielen ein. Und ja, auch bei Grizzly macht das Plättchen-Schieben Spaß.

Der aufgebaute Spielplan mit seinem Wasserfall und dem leicht erhöhten Bärenfelsen ist zudem ein kleiner Hingucker und lädt sofort zum Spielen ein. Die vier Bären sind leider nur in Form von stabilen Plättchen vorhanden (Figuren sind uns ehrlich gesagt viel lieber), aber dafür wenigsten mit buntem Fuß aus Holz. Die Wasser- und Lachsplättchen sind ausreichend stabil und überstehen die bisherigen Partien unbeschadet. Die Illustrationen sind allesamt sehr hübsch und freundlich – in diesem Sinne kindgerecht. Ein paar Plastikbeutel für die unterschiedlichen Plättchen hätte man vielleicht beilegen können. Ohne entsprechende Beutel fliegt einem das Zubehör in der Schachtel rum, was die Aufbauzeit des Spiels unnötig verlängert.

Das Thema das Spiels – Lachsfang – ist bei Grizzly sehr gut umgesetzt. Die Bären bewegen sich oberhalb des Wasserfalls im Wasser, behindern sich teilweise gegenseitig und können durch die Wasserplättchen – dank starker Strömung – auch mal den Wasserfall hinunterfallen. Die Lachse dagegen bewegen sich gegen die Strömung den Wasserfall hinauf und werden so zur Beute. Beide Ereignisse werden über Würfel ermittelt, was das Spiel insgesamt etwas glückslastig macht. Oder anders gesagt: Gegen die Macht der Würfel kann auch der vermeintlich cleverere Erwachsene nichts ausrichten, wenn sein Bär mal wieder mitsamt der Beute den Wasserfall hinabstürzt. Und die jüngeren Spieler sich daran erfreuen, während sie ihre Beute auf dem Bärenfelsen in Sicherheit bringen.

Bisher haben wir Grizzly in gemischten Runden mit Erwachsenen und Kindern (6 bis 8 Jahre) gespielt und durchweg spannende Spielzüge erlebt. Da waren sowohl Momente großer Freunde und Erleichterung zu beobachten, wenn ein Spieler mal wieder mit großer Beute an der Klippe stand und einfach unverschämt viel Glück beim Auswürfeln der Wasserfall-Ereignisse hatte. Ebenso erlebten wir Augenblicke des Frusts, wenn auch der zweite, dritte, vierte Lachsfang missglückte und die Beute den Wasserfall runter plätscherte. Da kommt vieles zusammen. Freunde, Schadenfreude. Auf jeden Fall aber viel Spaß im Spiel mit den Kleinen.

– Herzlichen Dank an Amigo für das Rezensionsexemplar –