Das Abenteuer von My City beginnt mit der Ankunft der Spieler auf einem großen und noch vollkommen unbesiedelten Land. Auf dessen linker Seite erstreckt sich ein kleines Gebirge, auf der rechten Seite dagegen dichte Wälder. Dazwischen befindet sich weitreichendes Bauland, das von einem schmalen Fluss in zwei ungleiche Hälften geteilt wird. Hier dürfen die Spieler sich an den ersten Spatenstich wagen und über insgesamt 8 thematisch unterschiedliche Spielkapitel eine moderne, florierende Stadt errichten – eure Stadt.

Der Einstieg in die erste Partie und der Ablauf sind dabei sehr einfach. Jeder Spieler verfügt in My City über eine eigenes Spielertableau, welches er auch bis zum Ende des letzten Kapitels behält. Hier darf jeder Spieler auch den Namen seiner Stadt eintragen. Weiter verfügen alle Spieler über einen identischen Satz an Gebäudeplättchen, die sie zu Beginn jeder Partie offen neben sich legen. Ein Stapel Gebäudekarten wird verdeckt in die Tischmitte gelegt. Schon kann es losgehen.

Der Spielablauf ist einfach gehalten. Es wird immer eine Gebäudekarte aufgedeckt. Anschließend müssen alle Spieler dieses Gebäude in ihrer Stadt errichten. Also das entsprechende Plättchen aus dem eigenen Vorrat raussuchen und auf dem eigenen Spielplan ablegen. Das erste Gebäude kommt an den Fluss, jedes weitere an ein bereits ausliegendes Gebäude. So wächst die eigene Stadt recht schnell, was es auch immer schwerer macht, neue Gebäude sinnvoll unterzubringen.

Da die einzelnen Gebäudeteile alle unterschiedlich geformt sind und auch unterschiedlich groß, entwickelt sich so eine herausfordernde Puzzlelei. Denn am Ende sollen auf dem eigenen Spielplan möglichst alle Gebäude gut untergebracht werden. Bedeutet, alle hellgrünen Wiesenfelder überbauen und optimal nutzen. Ungenutztes Gelände führt bei der Schlusswertung nämlich zu Minuspunkten. Ebenso alle Gesteinsbrocken, die nicht von Gebäuden überdeckt wurden. Dagegen sollten möglichst alle Bäume noch sichtbar sein, da diese Pluspunkte bringen. Wer so am Ende die insgesamt meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt das Spiel und erhält Fortschrittspunkte. Doch damit allein ist es noch nicht geschafft. My City hat deutlich mehr zu bieten.

Als Legacy-Spiel konzipiert, durchlaufen die Spieler in My City insgesamt 8 Kapitel ihrer eigenen Stadtgeschichte. Jedes Kapitel umfasst dabei drei aufeinander aufbauende Spiele, in denen immer wieder neue Regeln und auch neues Zubehör ins Spiel gelangen. Die Spielfortschritte jeder Partie werden dabei auf dem Spielplan notiert und auch das Gebiet der eigenen Stadt wird durch aufkleben von erfolgreich erspielten Stickern immer weiter verändert. Am Ende der Geschichte, also nach 8 Kapiteln und insgesamt 24 Partien, hat wirklich jeder Spieler über alle Kapitel hinweg individuell Punkte gesammelt und ein völlig eigenes Stadtbild entwickelt. Wer am Ende den insgesamt größten Fortschritt für seine Stadt erspielen konnte, ist der Gesamtsieger.

Sind alle 8 Kapitel einmal gespielt, muss man My City aber nicht entsorgen. Auf der Rückseite des Legacy-Spielplans befindet sich ein weiterer Spielplan, mit dem man My City immer wieder und wieder neu spielen kann. Dann allerdings auch immer mit gleichbleibenden Spielregeln und demselben Spielzubehör.

Infos zum Spiel

Spielverlag: Kosmos
Spielautor: Reiner Knizia
Erscheinungsjahr: 2020

Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spielerzahl: 2 – 4 Spieler
Spielzeit: 30 Minuten / Spiel

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Spielzubehör zu My City

Das Spielzubehör von My City vor dem Öffnen des ersten Kapitels.
Das Spielzubehör von My City vor dem Öffnen des ersten Kapitels.
  • 4 doppelseitige Spielpläne
  • 4 Punktemarker
  • 24 Gebäudekarten
  • 96 Gebäudeteile in drei Farben
  • 8 versiegelte Umschläge mit neuen Regeln und Zubehör (Legacy-Komponenten)

Überblick und Spielregeln zu My City

Spielvorbereitungen

Zubehör eines Spielers vor dem ersten Spiel von My City.
Zubehör eines Spielers vor dem ersten Spiel von My City.

Jeder Spieler entscheidet sich für ein Wappentier und nimmt sich den dazu passenden Spielplan und alle Gebäudeteile, auf deren Rückseite dasselbe Wappen abgebildet ist. Weiter erhält jeder einen Punktemarker.

Den Spielplan legt jeder Spieler mit der Wappenseite nach oben vor sich aus. Der Punktemarker kommt wird auf das Feld 10 der Punkteleiste gelegt. Die Gebäudeteile werden idealerweise gleich nach Gebäudeform oder -farbe sortiert und neben dem eigenen Spielplan bereitgelegt. So muss man während des Spiels nicht erst lange nach den passenden Teilen suchen.

Der Gebäudekartenstapel und der erste Umschlag.
Der Gebäudekartenstapel und der erste Umschlag.

Die 24 Gebäudekarten werden gut gemischt und als verdeckter Nachziehstapel in die Tischmitte gelegt. Die oberste Karte wird aufgedeckt und wird so zur ersten Karte des Ablagestapels.

Der Umschlag für das 1. Kapitel von My City wird geöffnet. Dort erhalten die Spieler weitere Informationen zum ersten Spiel und vor allem zu der Wertung (Die hier abgebildeten Auszüge werden inhaltlich so auch schon in der eigentlichen Spielanleitung erläutert –  also kein Spoiler).

Spielablauf

Ziel des Spiels ist es, die unterschiedlich geformten Gebäudeteile so auf dem eigenen Spielplan zu über platzieren, dass am Ende möglichst viele Punkte erreicht werden. So erhalten die Spieler zur Belohnung bei der Schlusswertung Fortschrittspunkte. Über alle 8 Kapitel mit je 3 Spielen hinweg gilt es dann, insgesamt die meisten Fortschrittspunkte zu erhalten.

Wählt ein Wappentier und gebt eurer Stadt einen Namen.
Wählt ein Wappentier und gebt eurer Stadt einen Namen.

Vor dem ersten Spiel darf jeder Spieler seiner Stadt noch einen eigenen Namen geben und diesen oben links neben dem Wappen eintragen.

Das Spiel beginnt mit dem Aufdecken der ersten Gebäudekarte. Das dort abgebildete Gebäude muss jeder Spieler an einer beliebigen Stelle, aber angrenzend zum Fluss, auf seinem Spielplan auslegen. Das Gebäudeteil darf vor dem Ablegen beliebig gedreht, aber nicht auf die Rückseite (mit den Wappen) gewendet werden.

Im weiteren Spielverlauf wird dann immer eine neue Gebäudekarte aufgedeckt und das dort abgebildete Gebäude von jedem Spieler in seiner Stadt errichtet. Dabei gelten die folgenden Bauregeln.

Die My City Bauregeln im Überblick

  • Das erste Gebäude muss angrenzend zum Fluss gebaut werden. Angrenzend bedeutet, dass mindestens ein Teil einer Seite des Gebäudes den Fluss berührt.
  • Jedes weitere Gebäude muss an ein bereits errichtetes Gebäude angelegt werden. Auch hier müssen sich die Gebäude mit mindestens einem kleinen Teil einer Seite berühren. Es ist erlaubt, dass der Fluss zwischen diesen Gebäuden verläuft. Auch das gilt als angrenzend.
  • Gebirgs- und Waldfelder sowie bereits ausliegende Gebäude dürfen nicht überbaut werden.
  • Gebäude dürfen nicht auf den Fluss gebaut werden. Es darf also nicht so errichtet werden, dass ein Teil des Gebäudes auf der linken und ein anderer Teil auf der rechten Seite des Fluss liegt.
  • Bäume und Gesteinsbrocken auf den hellgrünen Wiesenfeldern dürfen überbaut werden.

Beispiele zu den wichtigsten Bauregeln

Das erste Gebäude muss an den Fluss angrenzen

Beispiel 1 - Das erste Bauteil muss an den Fluss angrenzen.
Beispiel 1 - Das erste Bauteil muss an den Fluss angrenzen.

Weitere Gebäude müssen an bereits gebauten Gebäuden angrenzen

Beispiel 2 - Das zweite Bauteil muss an ein anderes Bauteil angrenzen.
Beispiel 2 - Das zweite Bauteil muss an ein anderes Bauteil angrenzen.

Bäume möglichst nicht überbauen – diese bringen Pluspunkte

Beispiel 3 - Bäume bringen Pluspunkte und sollten nicht überbaut werden.
Beispiel 3 - Bäume bringen Pluspunkte und sollten nicht überbaut werden.

Gebäude links und rechts vom Fluss gelten auch als angrenzend

Beispiel 4 - Bauteile auf der anderen Seite vom Fluss gelten auch als angrenzend.
Beispiel 4 - Bauteile auf der anderen Seite vom Fluss gelten auch als angrenzend.

Gesteinsbrocken möglichst überbauen – diese bringen Minuspunkte

Beispiel 5 - Gesteinsbrocken bringen Minuspunkte und sollten überdeckt werden.
Beispiel 5 - Gesteinsbrocken bringen Minuspunkte und sollten überdeckt werden.

Was passiert, wenn ein Gebäude nicht mehr platziert werden kann?

Mit jedem Gebäudeteil wird die Baufläche voller. Irgendwann kann oder möchte man ein bestimmtes Gebäude nicht mehr in der eigenen Stadt errichten. Nun kann der Spieler entweder passen oder ganz aussteigen.

Passen - Der Spieler legt das Bauteil weg und verliert einen Punkt.
Passen – Der Spieler legt das Bauteil weg und verliert einen Punkt.

Wenn ein Spieler passt: Der Spieler dreht das Gebäudeteil auf seine Rückseite und legt es auf die leere Fläche seines Spielplans. Anschließend rückt er seinen Punktemarker um ein Feld zurück – er verliert also einen Punkt für diese Aktion. Dafür darf er in der nächsten Runde, sobald die neue Gebäudekarte aufgedeckt wird, wieder mitspielen.

Wenn ein Spieler aussteigt: Der Spieler beendet seinen Städtebau und darf ab sofort keine Gebäudeteile mehr platzieren. Er verliert so keinen Punkt auf der Punkteleiste, darf aber auch später aufgedeckte Gebäude nicht mehr in seiner Stadt errichten. Der Spieler muss nun warten, bis alle anderen Spieler ebenfalls fertig sind. Bei der Schlusswertung wird seine Bauleistung aber wieder vollständig berücksichtigt.

Spielende und Fortschritte in My City

Ein einzelnes Spiel endet, sobald alle Spieler freiwillig ausgestiegen sind – also keine Gebäudeteile mehr platzieren wollen. Ein Spiel endet auch, wenn der Nachziehstapel an Gebäudekarten leer ist. In beiden Fällen erfolgt die Schlusswertung.

In Kapitel 1 – Spiel 1 wird Folgendes gewertet:

Die Schlusswertung der fertigen Stadt.
Die Schlusswertung der fertigen Stadt.

+1 Punkt für jeden sichtbaren Baum (nicht Wald!)
– 1 Punkt für jeden sichtbaren Gesteinsbrocken (nicht Gebirge!)
– 1 Punkt für jedes sichtbare hellgrüne Wiesenfeld
-1 Punkt pro 1x Passen

Beispiel aus dem Bild wäre dann:
10 (Startwert) + 8 (Bäume) – 0 (Gesteinsbrocken) – 8 (Wiesenfelder) – 1 (Passen) = 9 Punkte

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt die Partie. Bei Gleichstand wird geschaut, welcher der Spieler die wenigsten freien Felder in der ersten Reihe hat. Das ist dann der Gewinner.

Am Ende jedes Spiels erhalten die Spieler Fortschritte für ihre Stadt. Das sind zunächst einmal Punkte, die sie sich auf ihrer Fortschrittsleiste anstreichen können. Wer am Ende von Kapitel 8 (also nach 24 Partien) hier die insgesamt meisten Fortschritte erzielen konnte, ist automatisch der Gesamtgewinner von My City.

Weiter erhalten die Spieler auch Sticker für ihre Stadt. Damit können sie unbequeme Felder auf ihrem Gelände überkleben und auch neue Elemente ins Spiel bringen. Was genau das ist, wollen wir hier nicht verraten. Nur soviel. Es wird wirklich nach jedem Spiel etwas überklebt.

Wie geht es nach dem ersten Spiel weiter?

My City ist ein Legacy-Spiel. Das bedeutet zunächst, dass die Spieler über mehrere Partien hinweg eine Geschichte nachspielen. In diesem Fall die Entwicklung einer Stadt vom ersten Spatenstich bis hin zur florierenden Wohlstandsgesellschaft. Nach jeder Partie kommen zusätzliche Elemente und Spielregeln hinzu, durch die das Spielgeschehen umfangreicher und teilweise auch komplizierter wird. Dabei kann es sich um neue Gebäude, neue Wertungssysteme, besondere Sticker oder Veränderungen auf dem Spielplan handeln. Auch die hier vorgestellten Spiel- und Bauregeln werden im Laufe des Spiels immer wieder verändert.

Alle neuen Spielelemente werden in MyCity in nummerierten, versiegelten Umschlägen bereitgehalten. Es beginnt mit Kapitel 1 und endet mit Kapitel 8. Jedes Kapitel umfasst dabei ein besonderes Thema, beispielsweise Fabriken oder Überschwemmungen, das über insgesamt drei Partien langsam eingeführt und größtenteils in späteren Kapiteln weiter eingesetzt wird.

Hat man einmal alle 8 Kapitel erfolgreich beendet, so kann man My City auch weiterhin spielen. Hierzu gibt es auf der Rückseite des Spielplans ein fertig abgedrucktes Spielfeld, auf dem man immer wieder spielen kann. Die Regeln werden hierfür leicht angepasst und auch einige Elemente werden dazu wieder aus dem Spiel entfernt. Abgesehen von der Spannung auf die Inhalte in den Umschlägen bleibt einem aber so das Spiel auch nach der Kampagne erhalten.

Fazit zum Legacy-Spiel My City

Auf My City haben wir uns tatsächlich gefreut. Zum einen, weil wir gerne Legespiele mit Puzzle-Elementen spielen. Dazu zählen wir beispielsweise auch Patchwork, Nova Luna oder Azul. Zum anderen, weil wir Spiele lieben, die sich über mehrere Partien hinweg entwickeln und dabei ihre eigene Geschichte erzählen, wie beispielsweise Queensdale oder Pandemic Legacy. My City reiht sich hier prima ein, auch wenn es sich vom Schwierigkeitsgrad eher an Familien richtet. Für uns ein weiterer Pluspunkt, da wir es so auch schon mit unseren Kindern spielen konnten.

Nun zu My City. Das Spielzubehör ist von guter Qualität. Die Gebäudeplättchen und der Spielplan sind ausreichend stabil. Die einzelnen Gebäude wurden aus der Vogelperspektive illustriert und zwar jeder Gebäudetyp individuell. Das ist schön und nicht unbedingt selbstverständlich. Übrigens lassen sich die drei Farben der einzelnen Gebäudetypen auch im abendlichen Dämmerlicht noch sehr gut unterscheiden.

Die Spielregel zu My City ist überschaubar und umfasst einen ersten Teil (3 Seiten) für das Legacy-Spiel und einen weiteren Teil (2 Seiten) für das Spiel nach der eigentlichen Kampagne. Hier ergeben sich keine Verständnisprobleme. Im Wesentlichen muss man zu Beginn nur die Bauregeln verinnerlichen.

Der Spielaufbau sowohl für die erste als auch alle Folgepartien beansprucht nur wenige Minute. Der eigentliche Spielablauf besteht dann nur noch aus Gebäudekarte aufdecken und das abgebildete Gebäude auf dem eigenen Spielplan sinnvoll ablegen. Da alle Spieler immer gleichzeitig am Zug sind, gibt es auch fast keine unnötigen Wartezeiten (Downtime). Einzige Ausnahmen sind Langzeitgrübler und wenn ein Spieler vorzeitig aus einer Runde ausgestiegen ist. Bei unseren Partien war das aber meistens nur 2 – 3 Runden, bevor auch alle anderen Spieler fertig wurden. Die paar Minuten muss man dann mal aushalten können.

Die Umschläge der Legacy-Komponenten sind durchnummeriert und jeweils einem abgegrenzten Spielthema zugeordnet. Auch das hat uns sehr gut gefallen, da man so immer ein einzelnes Kapitel in gut 75 – 90 Minuten durchspielen konnte und dabei immer was Neues zu entdecken hatte. Das allein hat unsere Spielmotivation bis zum letzten Umschlag hoch gehalten.

Kapitel 1 – führt die Spieler leicht ins Spielprinzip und steigert mit jedem Spiel den Schwierigkeitsgrad. Was bedeutet, es kommen nach und nach weitere Möglichkeiten zum Punkte sammeln hinzu – was die Entscheidung zum Ablegen der Gebäudeteile jeweils kniffliger macht. Was direkt positiv auffällt: der Spieler mit den wenigsten Punkten wird auch immer belohnt (Sticker mit Bäumen = Pluspunkt). Und die ersten drei Partien hatte bei uns jeweils ein anderer Spieler gewonnen, was die Entwicklung der Fortschrittsleisten recht ausgeglichen gestaltet hat.

Ab Kapitel 2 zieht der Schwierigkeitsgrad spürbar an. Es wird enger auf dem Spielfeld und neue Spielregeln führen dazu, dass man seine Planung neu überdenken muss. Hier ist dann plötzlich mehr Flexibilität in der Städteplanung gefragt. So geht es mit den anderen Kapiteln auch weiter. Immer neue Spielregeln verhindern, dass so etwas wie eine Spielroutine aufkommt. Man kann schlichtweg kaum dauerhafte Strategien über mehrere Partien aufbauen. Dabei werden die neuen Spielelemente immer in leicht verträglichen Portionen integriert und dann über bis zu drei Spiele vertieft. Dabei gibt es auch Regeln, die nach Abschluss eines Kapitels wieder verworfen werden.

Die Altersempfehlung ab 10 Jahren ist für uns nicht ganz nachvollziehbar, da zu Beginn im Wesentlichen nur Gebäudeteile abgelegt werden. Das entspricht quasi einem Puzzlespiel mit 24 Teilen. Unser Sohn (8 Jahre) hat My City direkt mitgespielt und seine zweite Partie – dann bereits mit erweiterten Regeln – gegen uns gewonnen. Und dass mit 6 Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten. Auch bei den späteren Kapiteln konnte er problemlos mithalten. Familien, in denen regelmäßig gespielt wird, können den Städtebau unsere Meinung nach auch schon mit jüngeren Kindern wagen. Bei uns hat das problemlos geklappt.

Insgesamt wurden unsere Erwartungen an das Spiel erfüllt. Doch insbesondere Legacy-Spiele leben natürlich auch von ihrer Geschichte. Das fehlt uns in My City ein wenig. Einleitend wird nur gesagt: Ihr kommt nach langer Reise in einem neuen Land an und errichtet direkt erste Gebäude. Hier hätten wir uns mehr Inhalt gewünscht. Wer sind wir, wo kommen wir her, zu welchem Zweck errichten wir die Gebäude und was ist das größere Ziel hinter dem Städtebau? Andere Legacy-Spiele wie beispielsweise Pandemic Legacy oder Queensdale haben das sehr gut vorgemacht. Nur wo ist die Geschichte zu My City? Immerhin enthalten die Umschläge zu den Kapiteln ein paar einleitende Worte, so dass die Aufgabe des Kapitels klar ist. Trotzdem hätten wir uns hier eine übergeordnete Rahmenhandlung und auch noch mehr erzählerische Elemente in den einzelnen Kapiteln gewünscht.

Für die Dauer der Kampagne – also die 8 Kapitel – haben wir fast nichts anderes gespielt. Wie oft My City künftig noch auf den Tisch kommt, wird sich erst noch zeigen müssen. Spaß gemacht hat es bis hierhin allemal. Wer Spiele mit schnellem Einstieg und leichten Regeln mag und auch gerne ein wenig puzzelt, der kann hier eigentlich nichts verkehrt machen.

– Herzlichen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar –

ÜBERBLICK DER REZENSION
Originalität / Idee
80 %
Spielzubehör
80 %
Langzeitspaß*
90 %
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